B A N K --- R U N

    • B A N K --- R U N

      Was braucht es, um Menschen zum Handeln zu bringen?
      Wir entscheiden uns zu handeln, wenn wir in einer Sache Klarheit haben.


      Manfred Gburek beschreibt den Punkt an dem wir stehen sehr klar:

      Was der IKB-Skandal lehrt
      Wir befinden uns am Anfang einer internationalen Vertrauenskrise an den Finanzmärkten. Wer das Gegenteil behauptet, ist entweder ein offizieller Beschwichtiger oder ein Träumer. Zur ersten Gruppe gehören Banker und ihre Aufseher, Chefs wichtiger Organisationen und Politiker. Die Öffentlichkeit in Krisenzeiten zu beruhigen, ist eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Das haben sie - Ausnahme: Jochen Sanio, Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), mit seinem Griff in die historische Kiste - im Großen und Ganzen recht ordentlich gemacht. Was aber längst noch nicht heißt, dass die Krise bewältigt sei. Zur zweiten Gruppe gehören die meisten Anleger, die glauben, an den Finanzmärkten sei es nur zu einem reinigenden Gewitter gekommen, dem das nächste Hoch schon wieder folgen werde. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt, wie die folgenden Thesen zeigen dürften, irgendwo zwischen eins zu zehn bis eins zu hundert.

      Quelle: <goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=4965> Der Link funktioniert jetzt.

      Welche Wahl haben die Banken bei einer Schieflage?
      Gar keine!
      Sobald sie irgendeinen Mucks machen, dass sie ernste Problme haben, ist die Liquiditätskrise da.
      Anleger, andere Banken & Versicherungen versuchen ihre Einlagen & Kredite zu retten.
      Also werden alle alles verschweigen, solange es geht.


      Der Markt für die strukturierten Produkte ist toooooot. Da hilft auch keine "vorrübergehende Schließung" von Fonds. Das ruiniert die Preise endgültig.
      Wer Kredite hat, muss liquidieren. Das bringt die anderen ob der Marktpreise für die Notverkäufe ebenfalls unter Druck usw.


      Ausgerechnet die Orte hoher Liquidität - Geldmarktfonds - hat es jetzt getroffen.
      Zumindest einige der direkt Betroffenen werden in ihrem Vertrauen zu Banken/Politk sehr
      erschüttert sein und sich die benötigte Liquidität an anderer Stelle sichern. Z.B.:
      + Bargeld von Sparanlagen, Girokonten abheben
      + Obligationen, Bankschuldverschreibungen verkaufen
      + Aktien verkaufen
      + in großer Liquiditätsnot sogar Gold verkaufen
      + usw.


      Und das Geldmarktfondsterben wird weitergehen!!!!!!!!!!!!!!
      AXA, Union, HSBC haben sich hinsichtlich der Liquidität strukturierter Produkte getäuscht und
      täuschen lassen. Das wird auch vielen anderen so ergangen sein. Der Frankfurter Trust und die DWS
      haben ebenfalls ABS - Fonds. Und die DEKA? Hunderte von Milliarden $ sind von der New Yorker &
      Londener Finanzmafia über die ganze Welt verteilt worden. SICHER!!!!!!


      So kommt es, wie es kommen muss:
      + einige wissen Bescheid und handeln
      + sie warnen die lieben Freunde und die handeln
      + manche denken selbstständig und handeln
      + und sie warnen ihre Freunde ...
      + andere lesen Goldseiten.de und plötzlich begreifen sie und ...
      + und warnen ihre Freunde ...
      + in den Internetforen verbreiten sich die Nachrichten...
      + die Zeitungen berichten
      + das Fernsehen berichtet
      + weitere Banken beichten, Vorstände werden gegangen

      Das wird niemand stoppen können.

      Ich geh schon mal zum Bankautomaten.


      Viel Glück
      VATAPITTA 8)

      Wer etwas anbietet, möchte das verkaufen, also: Einfach mal mit einem realistischen Angebot
      nachfragen,
      hat schon oft zu einem für beide Seiten zufrieden stellenden Geschäft geführt. =)

      Bitte keine Bewertungen wegen der Diskretion. 8)

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von vatapitta ()

    • Welche Wahl haben die Banken bei einer Schieflage?


      Ignorieren und weitermachen!

      Ausgerechnet die Orte hoher Liquidität - Geldmarktfonds - hat es jetzt getroffen.
      Zumindest einige der direkt Betroffenen werden in ihrem Vertrauen zu Banken/Politk sehr
      erschüttert sein und sich die benötigte Liquidität an anderer Stelle sichern. Z.B.:
      + Bargeld von Sparanlagen, Girokonten abheben


      So ein Quatsch - solange sind wir noch lange nicht - als das die Leute hinrennen würden um ihre Konten abzuräumen und selbige zu Bargeld zu machen. - Schon alleine die Vorstellung mehr als 500 Euro Bargeld in der Hand zu haben ist für die meisten Leute mit der Angst gebündelt das sie es unterwegs verlieren könnten - Das ist auch das beste was den Banken passieren könnte denn das Geld auf ihren Konten müssen sie nicht mehr verzinsen somit eine Verbindlichkeit weniger. - Problematisch wird das erst wenn es im Gebälk des Euro knarrt und kratzt und es auch jemand hören kann.

      Das wird niemand stoppen können.


      Das hättest du wohl gerne. - Immer dieser Panikmachende Fatalismus.

      Ich renne jetzt jedenfalls nicht zum Geldautomaten. :D

      Bargeldpaket für den Krisenfall ( Krise welcher Art auch immer !!!) liegt schon seit Jahren bereit. Physisches Gold ebenso.

      - Wenns kracht, dann krachts so schnell das wir hier zumindest als erste den echten Knall hören werden. Und das wird auch nicht alles innerhalb von 5 Minuten passieren.

      Status Quo ist:
      -Keine Zeitung Berichtet
      -das Fernsehen berichtet auch nicht.
      -Nichtmal der blöde Dax ist richtig abgestürzt - im Gegenteil
      Die Sonne scheint, es ist ein stinknormales Wochenende und der Montag wir auch nicht viel anders sein als der Dienstag. - Und ich glaube nicht das ich damit falsch liege.

      Aber vielleicht bin ich ja nur ein Träumer. :rolleyes:
      "Das Geld geht durch das Haus des Armen, wie der Wind durch eine verfallene Hütte weht."
      Vietnamesisches Sprichwort

      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von Anzugpunk ()

    • Banken buhlen um IKB

      Noch scheinen unsere Banken aber in bester Kauflaune zu sein.

      HAMBURG (dpa-AFX) - Mögliche Käufer bringen sich einem Pressebericht zufolge für
      eine Übernahme der schwer angeschlagenen IKB Deutsche Industriebank in
      Stellung. HypoVereinsbank und Commerzbank seien grundsätzlich an einem
      Einstieg bei der IKB interessiert, erfuhr die 'Financial Times Deutschland'
      (Montagausgabe) aus informierten Kreisen. Die Mittelstandsbank war vor gut einer
      Woche durch Fehlspekulationen mit US-Immobilienkrediten in eine
      existenzbedrohende Krise gestürzt.

      Das Mittelstandsgeschäft gilt als stabil und profitabel. Viele Banken versuchen
      daher bereits seit Jahren, sich dort stärker zu engagieren. Auch Deutsche Bank
      und DZ Bank hatten vor der Krise der IKB um das Institut gebuhlt und würden sich
      nach Einschätzung aus Branchenkreisen an einer Auktion beteiligen. Interessiert
      seien auch größere Landesbanken wie der Landesbank Baden-Württemberg.
      Ich schätz mal, aber wer weiss das schon ?
    • ich geh heute mittag gold kaufen

      HRE-Chef: Märkte werden sich nach US-Immobilienkrise 'schnell beruhigen'
      06.08.07 07:39, Quelle: dpa-AFX Compact
      DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die US-Immobilienkrise wird sich nach Ansicht der Hypo Real Estate(HRE) nicht zu einem Flächenbrand ausweiten. 'Es wird keinen Kaskadeneffekt geben, aber es wird einzelne Unternehmen treffen, die sich hier zu aggressiv verhalten haben', sagte Vorstandschef Georg Funke dem 'Handelsblatt' (Montagausgabe). Die Märkte würden sich relativ schnell beruhigen. 'Das ist eine Frage von Wochen, allenfalls Monaten.'


      na dann bin ich ja beruhigt .... X( X( X(

      Die Immobilienmärkte weltweit seien hoch diversifiziert; Bürotürme in Hongkong oder London könnten nicht mit Einfamilienhäusern in Minnesota verglichen werden, sagte Funke. 'Betroffen sind nur diejenigen, die sich in diese hochriskanten Geschäfte im amerikanischen Retailbereich gewagt haben. Für sein Unternehmen sieht Funke keine Gefahr: 'Wir erwarten, dass unserer Gruppe aus der jetzigen Krise keine Belastungen entstehen'.

      was kann ich da alles hineininterpretieren?? wieso sagt der mensch z.b. nicht, daß dem unternehmen "definitiv" keine nachteile entstehen werden.

      Die HRE sei nicht in der Wohnungsbaufinanzierung für private Eigentümer in den USA engagiert gewesen./mur/sk

      wenn ich böse bin, und ich bin böse, dann könnte ich ja daraus lesen, daß die immo-krise eben nicht nur im privaten sektor greift, sondern auch im gewerblichen bereich. und DA ist die hre dann doch wohl investiert....

      also ich gehe definitiv heute mittag los ....


      mfg
      ne Signatur brauch ich nicht...
      ... und nen Avatar auch nicht
    • Also dieser Abwertung muß ich wiedersprechen !
      Klugerweise hat der Mensch den Fluchinstinkt vor dem gefährlichen Raubtier.
      Seit Jahrtausenden wissen wir daneben, daß auch Menschen zu Wölfen am Mitmensch werden. Das berichten Märchen und Philosophen !

      Der Mensch ist außerdem gefährlich benachteiligt. Er unterliegt dem extrauterinem Frühjahr , dh er braucht ein GANZES Jahr, bis er auf den Stand kommt, den Säugetiere schon MINUTEN nach der Geburt erreichen !!

      Nur die enge Gemeinschaft kann dem Kind die Hilfe geben, die ersten Jahre zu überleben Mit Gefühl und Zuwendung. IMMER in einer Gruppe /Familie / Sippe/Dorf.
      Darin gibt es eine Leitungsperson. Diese gibt die Richtung vor.
      Der Mensch ist ab Geburt ein soziales ( gruppen) Wesen !
      Spricht jemand vom " Herdentrieb ", wenn 245000 Mitarbeiter des Konzerns AHZ die " Vorschläge / Ideen/ Wünsche" des Oberchefs befolgen ?
      Dessen Weltbild kann falscher sein als das bessere Bild vom MA Nr. 156435 .
    • RE: 2006 wurden in Europa verbriefte ABS über 560 Milliarden Euro aufgelegt

      Original von vatapitta
      so steht es in einer Studie der Deutschen Bank.
      Die Summe der herkömlichen Anleihen betrug mit 570 Milliarden Euro nur wenig mehr.
      Ein ausführlicher Artikel steht in der aktuellen Wirtschaftswoche Nr. 32
      Läßt sich leider nicht verlinken.
      Da von den 560 Mrd. erst der kleinste Teil aufgetaucht ist , dürfen wir noch mit entsprechend großen Überaschungen rechnen.
      Die Banken haben den strukturierten Giftmüll - bestehend aus Krediten, Forderungen von Unternehmen
      an Großkunden und vor allem Hypotheken -bei Lebensversicherungen, Pensionsfonds und Fonds abgeladen.
      Darunter auch Geldmarktfonds. Im Moment wird nur dieser Teil sichtbar.
      Demnächst wird eine Bekannte ihre zwei Lebensversicherungen anschreiben
      und präzise nachfragen.

      Vatapitta


      Hallo Vatapitta,

      ich wünsche Deiner Bekannten viel Glück. Die Initiative von Ihr finde ich aber gut.
      Ich habe mal die BHW Lebensversicherung aus gegebenem Anlaß mal angefragt, wie die Kosten bei ihrer Rentenversicherung sind, und wie sie das Kapital investieren.
      Schon die erste Frage haben sie mit Hinweis verweigert, "kein Versicherer legt seine Kalkualtion offen". Die Zweite Frage... hahaha.
      Da hat der Gesetzgeber noch ein bißchen "Überzeugungsarbeit" bei den Versicherern zu leisten, was die Kundenfreundlichkeit und Transparenz angeht. Ich glaube sie sind an solch einem Gesetz dran. Bei Riester-Verträgen ist das ja schon Pflicht.

      @All

      Panikmache hin oder her,

      die Fakten von Vatapitta lassen ohne Probleme vorstellbar werden, welche Verwerfungen noch auftauchen mögen.
      - Die aktuellen Abwertungen der ABS, CDOs usw. reißen durch direkte Anlagen der Institutionellen Anleger verinzelt welche davon rein (Banken, Versicherer etc.), das erleben wir schon
      - was mit den Bankaktien etc. passiert, sehen wir auch gerade - wenn auch eher aus Panik, da die fundamentalen Daten (wer ist wieviel darin investiert?)weitgehend unbekannt zu sein scheinen
      - selbst wenn sich die Sache irgendwo auf niedrigerem Niveau stabilisiert, d.h. die (Markt-)Preise der ABS und der Aktien Institutioneller, dürfte das die Bilanzen und/oder Gewinne wiederum der Institutionellen (Banken, Versicherer) direkt oder indirekt verhageln
      - das sehen wir aber erst 2008
      - deren Aktien und Anleihen könnten wiederum verlieren
      - usw.


      Dazu kommt eine Tabelle aus einem Infobrief von John Mauldin (habe ich leider gelöscht), die zeigt:

      Im ersten Halbjahr 2008 wird im Vergleich zu 2007 monatlich etwa das 3-fache Volumen an ARM´s (Adjustable Rate Mortgages) auf z.T. massiv höhere Rückzahlungsraten umgestellt.

      Das sind die Hypotheken, die gegen Ende des Immo-Booms verkauft wurden. Typischerweise an relativ gering Betuchte, mit anfänglichen "Teaser-Rates" (etwa: Lock-Zinsen). Nach einem festgelegten Zeitraum sehr niedriger monatlicher Raten erfolgt schlagartig die Umstellung auf wesentlich höhere Monatsraten, teilweise das Dreifache wie vorher.

      Das haben die Leute gemacht, weil sie glaubten, daß sie nach 2, 3 Jahren einen wesentlich höheren Hauswert hätten, und es ihnen deshalb nichts aus macht. ?(

      Die Dinger sind ein wesentlicher Auslöser der ansteigenden Fälle von Zahlungunfähigkeit. Also sind sie der fundamental auslösende Faktor für die Abwertung der CDO´s und ABS´.

      Und Nochmal: Ab Januar 2008 bis etwa Mitte 2008 werden monatlich 3mal soviele davon auf die höheren Raten umgestellt werden, wie derzeit.

      DAS nenne ich Sprengstoff.

      Gruß, GL
      Das Publikum... wendet sich von dem Gebrauche des durch die Umlaufmittelvermehrung kompromittierten Geldes ab, flüchtet zum ... Barrenmetall, zu den Sachwerten, zum Tauschhandel, kurz, die Währung bricht zusammen. (Ludwig von Mises)
    • @GermanLong


      Diese Eigendynamik, von der keiner weiß, wie weit sie sich noch entwickelt, macht die Lage so gefährlich. Zwangsläufig bekommen jetzt auch Hedge-Fonds Probleme, die viel zitierten "Heuschrecken", denn diese finanzieren ihre Mega-Übernahmen bekanntlich mit riesigen Kreditsummen. Wenn sich nun aber keine Gläubiger mehr finden, die bereit sind das Risiko zu tragen, sind auch deren Deals gefährdet.

      Die Krise ist real - Die Ursachen

      Verstehen Sie mich nicht falsch: Die Krise ist real, verdammt real! Und die Branche ist zum großen Teil selber daran schuld, weil sie zu Boomzeiten in eine Art Goldgräber-Stimmung verfallen ist und bei der Kreditvergabe sämtliche Risiken unter den Tisch gekehrt hat. Das gipfelte in der Vergabe von sogenannten "interest-only"-Hypotheken:

      Das sind Hypothekenkredite bei denen die Schuldner in den ersten Jahren nach dem Abschluss nur Zinsen bezahlen mussten, aber keine Tilgung. So konnten auch Leute, die eigentlich auf Grund Kapitalmangels keine Chance dazu hatten, ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen.

      Leider kann sich aber dieser Traum schnell zum Albtraum entwickeln. Denn: Zu allem Überfluss waren diese Kredite auch meistens noch mit variablen Zinsen versehen. In Phasen absoluter Niedrigzinsen war das natürlich eine feine Sache. Die Zinslast schlug kaum zu Buche und auch finanziell schwache Schuldner konnten ihrer Pflicht nachkommen.

      Doch nun droht der Albtraum Wirklichkeit zu werden. Waren die faulen Kredite bisher noch auf die absolut Schwächsten der Schwachen beschränkt, war noch dazu häufig einfach Betrug beim Abschluss im Spiel, sei es von Seiten des Schuldners oder von Seiten des Gläubigers, so weitet sich der Kreis nun immer mehr aus. Die Ursache sind genau diese variablen Zinssätze.

      Der Zins steigt auf einen Schlag um mehrere Prozent!

      Seit Frühjahr 2005 wurden Kredite besonders populär, bei denen in den ersten zwei Jahren die Zinsen künstlich niedrig gehalten wurden. Denn angesichts bereits gestiegener Zinsen konnten viele Bürger nur so noch das Haus bauen, das sie gerne haben wollten. Nun aber kommt die Zeit in der das sogenannte "Resetting" der Kredite vorgenommen wird. Das heißt die Zinslast steigt für die Schuldner auf einen Schlag - oft um mehrere Prozent.

      Das bedeutet häufig mehrere 100 US-Dollars an Mehrbelastung monatlich. Eine weitere Beleihung der Häuser, die häufig quasi komplett "der Bank gehören", ist in den allermeisten Fällen aber nicht möglich, weil der Wert derselbigen im Durchschnitt stark gefallen ist. Das traurige Ergebnis ist dann oft, dass der Bauherr schlicht zahlungsunfähig wird.

      Die Investmentbanker von Credit Suisse haben ausgerechnet, dass das dicke Ende erst noch nachkommen dürfte. Denn: Der Spitzenmonat für das "Resetting" der alten Kredite dürfte der Oktober werden. Hypotheken im Wert von mehr als 50 Milliarden US-Dollar springen dann erstmals auf einen deutlich höheren Zinssatz um. Das Level wird bis September 2008 Monat für Monat bei einem Betrag von über 30 Milliarden US-Dollar liegen.

      Alles in allem werden in diesem und im nächsten Jahr Hypothekenkredite im kaum vorstellbar hohen Wert von rund einer Billion(!) US-Dollar auf einen höheren Zinssatz "umspringen". Das entspricht ungefähr 12 Prozent aller ausstehenden Hypotheken.
      Vor einigen Jahren war der Anteil dieser Hypotheken mit variablen Zinssätzen noch ein Vielfaches geringer.

      Kommt es zu neuen Hedge-Fonds-Desaster?

      Auch Berichte über Hedge-Fonds-Pleiten ließen nicht lange auf sich warten. Bei der Investmentbank Bear Stearns sind wegen der Subprime-Krise gleich drei Fonds in Schieflage geraten, darunter auch zwei Hedge-Fonds. Diese hatten in hypothekenbesicherte Kreditderivate investiert.

      Das Problem bei Hedge-Fonds ist der hohe Hebel, den viele einsetzen. Das hat zur Folge, dass sie bereits bei relativ geringen aber unerwarteten prozentualen Wertverlusten des Basiswerts (in diesem Fall der Hypothekenkredite) gezwungen sein können, Positionen aufzulösen. Das kann dann Kettenreaktionen in Gang setzen, die die Situation weiter zuspitzen.

      Der Wert des Fonds sinkt, Investoren bekommen Angst und ziehen ihr Geld ab, der Fonds muss weitere Positionen zu schlechten Preisen glattstellen, der Wert des Fonds fällt weiter, Investoren bekommen noch mehr Angst etc. Das hört sich einfach an, aber der Einfluss den die Psyche der Anleger hat, darf nicht unterschätzt werden. Gestern nun stufte die Rating-Agentur Standard & Poors das Kreditrating von Bear Stearns auf "negativ". Die Aktie verlor daraufhin um über sechs Prozent an Wert.

      Auch die Citibank musste diese Erfahrung bei sogenannten Leveraged Loans machen. Das sind Kredite, die an Unternehmen zu variablen Zinsen herausgegeben werden und eine unterhalb der Bonitätsgrade BBB oder Baa3 liegende Bewertung aufweisen. Sie sind durch Immobilien, Fuhrpark, Maschinen oder das Inventar des Kreditnehmers besichert.

      Im Zuge der zuletzt umgreifenden Panik fand die Citibank nun für Teile dieser Kredite keine Abnehmer mehr. Wenige Wochen vorher waren ihnen dieselben Produkte von institutionellen Anlegern, die ihre überbordenden liquiden Mittel renditestark anlegen wollten, noch geradezu aus den Händen gerissen worden. Bei vier Transaktionen im zweiten Quartal gab es diese Probleme - unter anderem auch beim Kreditarrangement für die Chrysler-Übernahme durch den Finanzinvestor Cerberus (siehe auch Daimler-Bericht in der letzten Monatsausgabe des GR).

      In der Folge musste die Citibank für einen größeren Teil dieser Kredite das Risiko selbst tragen und für einen weiteren Teil die Kreditkonditionen attraktiver machen, um Interessenten zu finden. Das wiederum könnte sich negativ auf den Ertrag der Bank auswirken und damit natürlich auch auf die Aktie. Sie erkennen leicht die Zusammenhänge und ihre Rückwirkungen auf andere Bereiche, die das System insgesamt ins Wanken bringen können.

      Die Argumente der Bullen

      Doch so dramatisch dürfte es kaum werden. Im Gegenteil, auch die Argumente der Bullen haben durchaus Gewicht. Das Beste gleich vorneweg: Keiner hat ein Interesse daran, dass es zum Super-GAU kommt. Die Banken werden daher mit den Hausbesitzern verhandeln, es wird Sonder-Pools geben, staatliche Hilfsmaßnahmen, neue restrukturierte Kredite werden ausgearbeitet werden.

      Ist erstmal klar, dass mit vereinten Kräften gekämpft wird, dann wird es auch neue Kapitalquellen geben, die die jetzt untergegangenen Subprimer ersetzen. Eine Marktbereinigung war und ist angesichts der vorangegangenen Exzesse bitter notwendig. Anleger, die auf einen Rebound der gefallenen Werte setzen, könnten enttäuscht werden, denn für ein paar wird es mit Sicherheit heißen: "They never come back".

      Richtig hart trifft es momentan ohnehin vor allem die sogenannten Real Estate Investment Trusts (REITs), weil diese auf die Refinanzierungen durch die Banken angewiesen sind. Banken mit eigenem Einlagengeschäft und einem Anschluss an das staatliche Federal Home Loan Bank-System, sind nicht in Gefahr, und könnten im Endeffekt sogar zu den großen Gewinnern zählen.

      Dazu gehört beispielsweise ein Unternehmen wie IndyMac (US-Kürzel IMB; WKN 874448). Die Aktie verliert zwar aktuell ebenfalls dramatisch an Wert und es empfiehlt sich auch hier nicht ins fallende Messer zu greifen. Aber durch die Umwandlung des Unternehmens von einem REIT in eine Spar- und Kreditbank im Jahr 2000 hat man sich selbst gegen eine derartige Krise weitgehend abgesichert.

      Auch dem Argument, dass die zuletzt fast gänzlich ausbleibenden Mega-Übernahme-Deals der Private Equity-Gesellschaften darauf hindeuten, dass der Bullenmarkt zu Ende geht, widersprechen die Optimisten. Die Zeit bis zum Labour Day (Erster Montag im September) sei die klassische Urlaubszeit und traditionell arm an großen Deals. Danach werde es wieder deutlich lebhafter werden, wird versichert. Pensionsfonds, Universitäten und ausländische Regierungen werden weiter enorme Summen in diesen Fonds anlegen.

      Letztlich läuft es auf das Statement hinaus: "Wir befinden uns dank des globalen Wirtschaftswachstums in einem der größten Bullenmärkte aller Zeiten - und ein Ende ist nicht in Sicht!" Explodierende Unternehmensgewinne sind die Folge und die aktuelle Quartalssaison bringt - auch wenn sie nicht so gut ist wie im ersten Quartal - unter dem Strich überzeugende Ergebnisse.

      Wer hat nun Recht?

      Eines scheint sicher: Die Krise ist noch nicht ausgestanden! Während ich diese Zeilen schreibe, verlieren gestandene DAX-Werte wie die Commerzbank oder die Hypo Real Estate sechs Prozent und mehr an Wert - aus Angst davor, die Konzerne könnten ebenfalls in die US-Immobilienkrise hineingezogen werden!

      Der französische Versicherungsriese AXA meldet ebenfalls am Freitag, dass zwei seiner Subprime-Fonds betroffen und vorübergehend geschlossen worden seien. Mike Perry, CEO der oben angesprochenen IndyMac, schrieb in einer internen E-Mail an die Mitarbeiter, der Markt für hypothekengesicherte Anleihen sei derzeit "sehr panisch und illiquide". Daher seien drastische Veränderungen bei den Vertragsbedingungen und der Preisrichtlinien erforderlich.

      Die neuesten US-Arbeitsmarktdaten fielen zu allem Überfluss ebenfalls deutlich unter den Erwartungen aus und belasteten den Markt im frühen Handel zusätzlich.

      Mittelfristig mögen die Bullen ja erneut Recht behalten, doch Käufe auf breiter Front scheinen zum jetzigen Zeitpunkt eindeutig verfrüht.


      MEIN FAZIT:

      Mittelfristig scheint eine Lösung "mit vereinten Kräften" möglich

      - Die US-Immobilienkrise zieht weitere Kreise als zunächst gedacht
      - Die sich ausbreitende Risikoaversion bzw. sogar teilweise Panik verschärft die Situation zusätzlich
      - Weitere Hiobsbotschaften sind vorprogrammiert, weil die Zinszahlungen für viele Hypothekenkredite in den kommenden Monaten dramatisch steigen werden

      Kurzfristig lautet das Motto: Abwarten und nicht zu früh in den Markt gehen!


      aus dem Newsletter des Geldanlage-Report

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mehlwurm ()

    • Original von Anzugpunk
      Ich muss unbedingt noch ein Aktiendepot eröffnen...

      Diese IKB Papiere werden zunehmend interessanter. :D

      Hallo Anzugpunk
      Ich würde Dir EM-TV empfehlen. Und für den der einfach schon alles hat: IG-Farben! Kein Witz, es sind immer noch Papiere zu haben! ;)

      Übrigens, schönes Avatar. Buddy Holly?

      Viele Grüße
      white knight
      "Heut`mach ich mir kein Abendbrot,heut´mach ich mir Gedanken." [smilie_denk]

      Noch watt: ich sachma so, ich hab kein Einfluss auf die Gestaltung und auf die Inhalte von die verlinkten Seiten und datte dich dat merken tust, ich distanziere mich getz schon von alle fremden Inhalte!
    • Original von PMChris
      Deutsche Bank wirbt gerade mit 4,25% Sparzinsen.

      Brauchen die etwa Geld???


      Vor 3 Monaten gab es bereits 4,5% - also nix neues.

      ==========================================

      und wo? Also nicht Ernsthaftes?
      MbG DMR
      http://crisiscatcher.blogspot.com

      Freude, schöner Götterfunken,
      Tochter aus Elysium,
      Wir betreten feuertrunken,
      Himmlische, dein Heiligthum!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von David M. Reymann ()

    • Original von white knight
      Original von Anzugpunk
      Ich muss unbedingt noch ein Aktiendepot eröffnen...

      Diese IKB Papiere werden zunehmend interessanter. :D

      Hallo Anzugpunk
      Ich würde Dir EM-TV empfehlen. Und für den der einfach schon alles hat: IG-Farben! Kein Witz, es sind immer noch Papiere zu haben! ;)




      So schlecht lief das nicht für die, welche Donnerstag Abend gekauft haben. ;)
      "Das Geld geht durch das Haus des Armen, wie der Wind durch eine verfallene Hütte weht."
      Vietnamesisches Sprichwort