Xetra-Gold, Revoulution im deutschen Goldhandel?

    • WiWo zu Xetra-Gold

      Danke für den Link, Plasigo. Hatte den Artikel, der offenbar eine öffentliche Antwort von BOPeters und seinen Chefs auf die "Verschwörungstheoretiker" im Internet ist (und damit im GSF -siehe Google-Statistik zu Xetra-Gold), gestern schon im Heft gelesen.

      Wenn man die üblichen "Verschwörungsvorwürfe" an die Internet-GoldBugs mal geflissentlich überliest und die emotional-kindliche Freude des WiWo-vor-Ort-Reporters über so viel glitzerndes und hoch-wertvolles Gold :rolleyes: beiseite lässt, ist es ja ein ganz netter Artikel.

      Sprüche wie
      {WiWo} "Aber gibt es das Gold überhaupt? Die unter Gold-Fans reichlich vertretenen Verschwörungstheoretiker behaupten, Schuldverschreibungen wie die der Deutschen Börse seien nichts wert, da gar kein Gold als Sicherheit eingelagert werde."

      haben wir hier nie geklopft.

      {Pauli} Ich halte folgendes für möglich wenn nicht sogar für wahrscheinlich:
      a) Xetra-Gold HAT per heute eine vielleicht nicht ganz 100%ige-Golddeckung (nicht 100%, weil zT Lagerung bei Umicore und zT Einlagerungen nur mit zeitlicher Verzögerung, s.o.) - aber vielleicht eine 80%ige! Dies auch durchaus allokiert im Clearstream-Tresor in FFM.


      Ich nehme ganz im Gegenteil für mich in Anspruch, ANDERE sehr wichtige Problempunkte (vor allem den Passus der "Marktstörung" und auch die Probleme der Auslieferung wegen des InvG, siehe oben) aufgegriffen zu haben.

      Und hierauf geht der Artikel entweder GAR nicht ein (wen wundert´s? - die Antworten wären zwangsläufig unbefriedigend) - oder er gibt ERNEUT unseren Vorwürfen Nahrung:

      {WiWo} Schuldverschreibungen für rund 38 Millionen Euro, der Gegenwert von 1,9 Tonnen Gold, hat die Deutsche Börse bis zum Tag der Tresorbesichtigung verkauft. Nach und nach lässt sie das Edelmetall über einen Partner, die Materialtechnik-Gruppe Umicore, aus London einfliegen. „Sobald 500 Kilo verkauft sind, fordern wir das Gold an“, erklärt Martina Gruber. 1,5 Tonnen Gold müssten sich also im Tresor befinden – zur nächsten Anforderung fehlen ja noch 100 Kilo.

      Die Tür öffnet sich, der Besucher ist enttäuscht. Ein großer Raum, darin ein mickriger Turm von Barren. Das sollen 1,5 Tonnen sein? „Die nächste Lieferung kommt morgen, heute war das technisch wegen Ihres Besuchs nicht möglich“ :rolleyes: , sagt Martina Gruber. Mal durchzählen: 40 Barren à 12,5 Kilo liegen auf einer schlichten Euro-Palette. Macht eine halbe Tonne. Ansonsten gibt es nur noch ein paar Showbarren, zu Demonstrationszwecken, in einem Regal säuberlich aufgereiht: 100 Gramm, eine Unze, ein Gramm. Haben die Verschwörungstheoretiker doch recht, gibt es nicht genug Börsen-Gold? „Wir werden jeden über die verkauften Schuldverschreibungen entstandenen Goldanspruch hinterlegen“, versichert Geschäftsführer Orben, etwas irritiert ob der nochmaligen Nachfrage.


      => Was lernen wir hier?
      a) Stand Drucklegung der aktuellen WiWo (ca. 17.2.2008 ) lagerten bei Clearstream 500kg Gold.
      b) BoPeters hatte hier am 17.1.2008 geschrieben "Heute haben wir die ersten 500kg Gold bekommen"
      c) Am 17.1.2008 wurden mit diesem Gold (teilweise!) die Ansprüche hinterlegt, die Xetra-Zeichner zT schon 6 Wochen zuvor erworben hatten!
      d) Mittlerweile ist somit die Hinterlegungszeit bei Xetra-Gold NOCH länger geworden, denn wir stehen einen Monat später noch immer bei 500kg.
      e) Offenbar ist die Aussage, nach jeweils 500kg werde hinterlegt, nur mit erheblicher zeitlicher Dehnung des Arguments richtig, denn es bestanden vorige Woche bereits noch nicht hinterlegte Ansprüche der Xetra-Kunden von über 1,4t (1,9-0,5)...

      Herr Orben: Auch WIR sind irritiert, denn auch Sie sagen nicht, WANN spätestens die erworbenen Goldansprüche hinterlegt werden. Wie hier im Thread beschrieben, kann in einer Krise eine offenbar übliche Hinterlegungsfrist von mehreren Wochen fatal sein.

      Nur einen ANSPRUCH auf physisches Gold gegen Umicore zu haben, genügt eben nicht den Anforderungen an ein allokiertes Produkt! Ich bleibe daher bei der Forderung an Xetra-Gold, dass neue Xetra-Anteile idealerweise erst in dem Moment KREIERT (und natürlich auch dann erst verkauft werden dürfen), sobald der Gegenwert im Clearstream-Tresor zu 100% physisch allokiert vorhanden ist. Solange das nicht der Fall ist, braucht Xetra-Gold "Marktstörungs"-Regelungen in den AGBs, die sich im Krisenfall fatal auswirken können.

      Falls dieser kleine Vorabeinkauf auf Xetra-eigenes Risiko und die damit verbundene Kapitalbindung für Xetra völlig prohibitiv sein sollte :rolleyes: , müsste Xetra-Gold WENIGSTENS eine maximale Zeitspanne in die AGBs schreiben, bis zu der nach Nettoneuzeichnungen die Ware physisch in den eigenen Tresor kommt. Frau Grubers zitierte Aussage "Sobald 500kg verkauft sind, fordern wir das Gold an", ist in den Bedingungen nicht hinterlegt. Die Praxis könnte jederzeit zu Lasten und auf Risiko der Anleger geändert werden - und zudem sagt die "Anforderung" nichts über die "Lieferfähigkeit" von Umicore bzw. des Welt-Goldmarktes aus!



      Der WiWo-Artikel im Heft listet noch ein paar Konkurrenzprodukte auf. Soweit die nicht längst als Papiertiger entlarvt sind (Lyxor), werden wir auch diese weiterhin kritisch begleiten.

      Got (physical, allocated) Gold? ;)
      Erst wenn die letzte Bank pleite, der letzte Staat ruiniert, die letzte Währung wertlos geworden ist, werdet Ihr merken, dass man Gold nicht drucken kann.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Pauli ()

    • ""Sobald wir 500 kg verkauft haben fordern wir das Gold an""...Hmmm

      Wird bei jeden gramm das verkauft wird sofort verbucht/abgebucht/bezahlt bei Umicore ?

      Oder bezahlen XETRA dann mit Verlust wenn der POG bis zur Lieferung steigt ?

      Jedenfalls haben sie das verkaufte Gold nicht im Tresor, reicht 10% mehr wollen ihr Gold eh nicht ausgeliefert bekommen. :D

      Das ganze Konzept ist BULLSHIT !....wo verdienen die dabei ?

      Eigentlich nur mit teuer verkaufen und billig einkaufen.

      In dem Sinn sind die doch froh wenn nach dem Verkauf an den Kunden der POG faellt, vielleicht helfen die dort mit und shorten mehr als sie haben diese Papiertiger...:D

      IMO die lassen sich mit der Lieferung in ihr Lager Zeit in der Hoffnung das GS und das PPT den Goldpreis runter haut.

      Wer bezahlt den Verlust wenn die Rechnung nicht aufgeht frage ich mich.

      Da ist doch irgendwo der Hund begraben, die nageln sich den Verlust nicht auf die Knie und tricksen irgendwo bei ihren System.

      Traut nur Euer Gold das ihr in der Hand habt , einen Huetchenspiel bestimmt nicht.

      Falls der Staat Gold beschlagnahmt sind doch die die ersten die den Tresor fuer den Staat aufmachen, bei Euch muessen sie es erst finden. :D

      XEX
      One Life *** Live it !

      Dieser Beitrag wurde bereits 15 mal editiert, zuletzt von Eldorado ()

    • WiWo zu Xetra-Gold

      Leider entpuppt sich die PR-Maßnahme von Xetra-Gold als Rohrkrepierer. Hätte man mit der Besichtigung noch einen Tag gewartet, wäre vielleicht schon die doppelte Menge Gold im Tresor gewesen.

      Vielleicht.

      Angenommen, es käme zu einer Pleite der Monoliner und den Institutionellen würde klar, dass die Weltwirtschaftskrise endgültig ausgebrochen ist. Sie kauften Xetra-Gold in sehr großem Stil. Dann führte die zu späte Anlieferung durch Umicore - einem ausländischen Händler - zu einer enormen Verwässerung der früheren Xetra-Gold-Ansprüche. Denn alle Ansprüche auf das Gold sind zur Zeit gleichberechtigt. Würde London z. B. kein Gold mehr liefern (aufgrund einer Marktstörung), wären alle Xetra-Gold-Ansprüche auch nur einen Bruchteil wert.

      Pauli hat mit seiner Forderung recht: Die Anlieferung der Ware muss schneller und in kleineren Mengen erfolgen. Ich füge hinzu: Bei der Bedienung der Ansprüche auf das physisch vorhandene Gold müssen die alten Ansprüche Vorrang haben!

      Der Emissionsprospekt muss überarbeitet werden.
      Ich distanziere mich von allen in diesem Forum gemachten Beiträgen, insbesondere von meinen eigenen.
    • RE: WiWo zu Xetra-Gold

      Lieber Pauli,

      hatte eigentlich gedacht, alle Fragen seien hinreichend beantwortet und hatte mich 'ne Zeitlang nicht mehr ums Forum gekümmert. Sei's drum.

      Die Journalisten der WiWo waren übrigens am Montag, den 21. Januar bei uns. An diesem Tag sollte auch eine Tonne Gold eingelagert werden, die bereits beim Transporteur in Frankfurt angekommene Lieferung haben wir uns dann aber erst am darauffolgenden Dienstag aushändigen lassen.

      Stand heute (es kamen gerade heute früh 500,8 kg Gold an) ist
      + Gesamtbestand 4.140.000 Stück bzw. 4,14 Tonnen Goldbestand
      + Davon bei uns eingelagert 3.998,5 kg
      + Buchgoldbestand bei Umicore 141,5 kg
      Physische Golddeckung bei Clearstream damit 96,6%. Wenn sich Bestände an Xetra-Gold sehr schnell aufbauen, kann es natürlich ein paar Tage dauern, bis Gold aus London abgefordert, angeliefert und bei der Clearstream eingelagert ist. Maximal 10 Bankarbeitstage haben wir dafür Zeit, also zwei Wochen.

      Den letzten Stand von oben werden wir bis morgen früh auf unserer Homepage deutsche-boerse.com/xetra-gold veröffentlichen (noch ist der Stand von gestern gepostet). Übrigens haben wir dort auch die Liste mit den 280 Barren abgelegt. Bis morgen Abend werden auch die heute angekommenen 40 Barren an die Barrenliste angefügt sein.

      Eine Grafik mit den bei uns regelmäßig veröffentlichten Beständen ist hier unten.

      Mit freundlichen Grüßen,

      Björn Peters
      Deutsche Börse AG

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von BOPeters ()

    • Danke für den Update, Herr Peters.

      Die aktuell 96%ige Deckung ist gut zu hören, auch wenn die genannten 4t doch erheblich höher liegen als die Zahl, die gerade erst in die WiWo gedruckt worden ist. Gut auch, dass Sie die Barrenlisten dann künftig zeitnah veröffentlichen werden.

      Habe heute keine neue Frage, sondern nur eine generelle Anmerkung, weil einige vergangene Posts sicherlich etwas pointiert waren: Wir haben (nicht mehr groß bei den Fakten/Daten zu Xetra-Gold - aber doch bei einigen WERTUNGEN und Meinungen dazu) ein paar Differenzen und das wurde ja oben auch ausgiebig diskutiert.

      GENERELL ist aber ein Konstrukt wie Xetra-Gold aus Goldbug-Sicht durchaus begrüßenswert, WENN es denn wirklich dem Markt Metall physisch und buchhalterisch (keine Mehrfachverkäufe von Barren) "entzieht" und dieses Material sozusagen "sterilisiert" ! Zumindest temporär, bis eben die Anleger netto wieder verkaufen!

      Insofern bitte ich Sie, unsere sehr kritischen Fragen nicht als generelle Ablehnung zu verstehen. Wären alle Goldzertis, Goldkonten, ETFs/ETC´s etc. zu 96% (oder auch nur zu 80%) physisch allokiert hinterlegt, stünde der Goldpreis heute auf ca. 5000$/oz, weil die Manipulation über die Papiermärkte KEINESFALLS mehr funktionieren würde und weil der Markt auf dem heutigen Preisniveau dieses Material nicht hergäbe. Markträumend wären rein Geldmengen-betrachtet heute etwa die genannten 5000 $/oz. Rechnung siehe die vielen Threads hier im GSF.

      Warum Xetra-Gold trotz des bisherigen recht seriösen Ablaufs trotzdem nicht zum Risikoprofil jedes Anlegers passt, haben wir hier ja ausführlich erörtert. Will das nicht nochmals wiederholen.

      Viel Erfolg also weiterhin - auch wenn die Bugs hier nicht alle zeichnen werden. Bleiben Sie "sauber" und bearbeiten Sie den Gesetzgeber, dass er das InvG noch entsprechend ändert!

      Pauli

      PS: Gelegentlich folgt dann doch noch eine Frage zu einer Passage in Ihrem Prospekt zur AbgSteuer.
      Erst wenn die letzte Bank pleite, der letzte Staat ruiniert, die letzte Währung wertlos geworden ist, werdet Ihr merken, dass man Gold nicht drucken kann.
    • RE: §46 InvG

      Lieber Pauli,

      bei meinen eigenen Recherchen zur Sinnhaftigkeit des Edelmetallverbots im Investmentgesetz


      § 46 Zulässige Vermögensgegenstände
      Die Kapitalanlagegesellschaft darf für ein Sondervermögen nur die in den §§ 47 bis 52
      genannten Vermögensgegenstände erwerben. Edelmetalle und Zertifikate über Edelmetalle
      dürfen von der Kapitalanlagegesellschaft für ein Sondervermögen nicht erworben werden.


      stieß ich auf die Aussage, dass es in den frühen 1980er-Jahren einen schwunghaften Handel mit Leihscheinen auf Gold gab. Gold wurde also "irgendwo" bei einer Bank eingelagert und Leihzettel als Eigentumsnachweis begeben. Diese wurden gehandelt. Da ein Leihschein für Kapitalanlagegesellschaften deutlich unsicherer ist als ein Wertpapier mit der dahinter liegenden Gesetzgebung, wurde der Goldhandel auf dieser Grundlage von der Politik sehr kritisch gesehen.

      Dass Kapitalanlagegesellschaften nicht anfangen sollten, mit Waren zu handeln, war wohl schon lange so. Dass ins InvG nur das Edelmetallverbot aufgenommen wurde, nicht aber ein generelles Warenverbot lag wohl eher daran, dass damals kein Fonds auf die Idee gekommen wäre, Nickel, Schweinehälften oder Picassos einzulagern. (Mit den heutigen exchange-traded commodities / ETC sieht das anders aus, die Wertpapiere entkoppeln ja den Anleger von der Notwendigkeit des Handlings der Waren.)

      Dass institutionelle Anleger heute dennoch in ETC investieren dürfen, liegt an einer Neuinterpretation der geltenden Regularien durch den Zusammenschluss der europäischen Finanzaufsichtsbehörden (CESAR). Danach dürfen Fonds ("OGAW-konforme Vermögen") in Wertpapiere investieren,
      + die jederzeit zB an einer Börse handelbar sind,
      + für die eine kontinuierliche (mindestens tägliche) Preisfeststellung und Risikobewertung möglich ist,
      + die nicht gehebelt sind ("delta eins "),
      auch wenn der durch das Wertpapier verbriefte Wert ("underlying") ein Rohstoff ist.

      Mit besten Grüßen,

      Björn Peters

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von BOPeters ()

    • Frage zur Abg.Steuer

      Sg Herr Peters,

      [Danke für die Info zur Geschichte des InvG, die das Handeln des Staats leider nicht befriedigender macht. Hier nun noch die angekündigte Steuerfrage]

      Ab 2009 gilt ja für Neuinvests von Privat bei Wertpapieren die Abgeltungssteuer. In diesem Zusammenhang stellt sich m.E. eine wichtige (und hier soviel ich weiß noch nicht erörterte) Frage:

      Verkaufsprospekt der Xetra-Gold GmbH : Dort heisst es im Punkt 9, Seite 49:

      "Durch das ... Unternehmensteuerreformgesetz 2008 wird in Deutschland ab 2009 eine Abgeltungssteuer auf bestimmte Kapitalerträge und Gewinne aus der Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente erhoben, sofern diese im Privatvermögen gehalten werden. Sofern die Schuldverschreibungen und das Gold zum Privatvermögen eines Gläubigers gehören, werden die Gewinne aus einer Veräußerung oder vorzeitigen Rückzahlung der [Xetra-Gold] Schuldverschreibungen sowie aus einer Veräußerung des Goldes jedoch auch zukünftig nicht der Abgeltungsteuer in Höhe von 25% unterliegen, da es sich dabei jeweils nicht um Kapitalforderungen handelt."

      => Wie genau begründen denn Ihre Hausjuristen diesen Standpunkt? Xetra-Gold ist doch ein Wertpapier - noch dazu mit einer WKN und wird in den Depotauszügen der Banken als solches geführt. Meinen die Juristen, dass das BMF bzw. die Finanzämter dieser Argumentation "keine Kapitalforderung" folgen werden? Werden die Finanzämter bei Gewinnen aus Xetra-Gold-Verkäufen (EINkauf ab 1.1.09) differenzieren zwischen einem Verkauf GEGEN Cash und einer physischen Abholung? Glauben Sie, dass die BANKEN den subtilen Unterschied zwischen einem Xetra-Gold-Wertpapier und allen anderen Wertpapieren im Depot verstehen werden und bei Xetra-Verkäufen mit Gewinn KEINEN Abgsteuer-Abzug vornehmen werden?

      Ich will diesen Punkt, der ja eigentlich erst ab 2009 relevant wird, hier nicht zu breit treten - und wünsche Xetra-Gold auch, dass Ihre steuerliche Einschätzung richtig ist. Aber eine kleine Erläuterung für uns und für potenzielle Anleger ab 2009 wäre hilfreich. Merci im Voraus.
      Erst wenn die letzte Bank pleite, der letzte Staat ruiniert, die letzte Währung wertlos geworden ist, werdet Ihr merken, dass man Gold nicht drucken kann.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Pauli ()

    • RE: Frage zur Abg.Steuer

      Lieber Pauli,

      unsere Steuerexperten haben gesagt, dass Xetra-Gold generell nicht der Abgeltungssteuer unterliegt. Grund ist, dass Xetra-Gold einen Lieferanspruch auf Gold verbrieft, also auf eine Ware. Der Abgeltungssteuer unterliegen nur Zertifikate, die einen wie auch immer strukturierten oder gearteten Zahlungsanspruch verbriefen. So wurde uns die entsprechende Regel in § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG-neu interpretiert, der wie folgt formuliert ist:

      (1) Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören

      7. Erträge aus sonstigen Kapitalforderungen jeder Art, wenn die Rückzahlung des Kapitalvermögens oder ein Entgelt für die Überlassung des Kapitalvermögens zur Nutzung zugesagt oder gewährt worden ist, auch wenn die Höhe der Rückzahlung oder des Entgelts von einem ungewissen Ereignis abhängt. Dies gilt unabhängig von der Bezeichnung und der zivilrechtlichen Ausgestaltung der Kapitalanlage.

      Es sei wichtig sich bewusst zu machen, daß der Gläubiger mit Zeichnung der Schuldverschreibung einen Kauf von Gold tätigt und dessen Kaufpreis im Voraus bezahlt.
      Die Emittentin sagt somit nicht die Rückzahlung des eingezahlten Betrags zu (wie bei einem Zertifikat, bei dem der Anleger dem Emittenten nur vorübergehend sein Geld überlässt ), sondern nur die Lieferung eines bestimmten Wirtschaftsgutes. Die Gewinne aus der Veräußerung des Goldes unterliegen der persönlichen Einkommenssteuer, aber nur sofern der Anleger das Gold nicht im Privatvermögen hält, oder er es innerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr nach Erwerb (= Zeitpunkt des Erwerbs der Schuldverschreibung) veräußert. Ansonsten ist die Veräußerung des Goldes steuerfrei. Eine Abgeltungssteuer fällt nicht an, da die Abgeltungssteuer betreffende Vorschrift (§ 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG) nur Geldleistungen, nicht aber die Lieferung anderer Vermögensgegenstände erfaßt (s. oben).

      All diese Argumente sind natürlich vorbehaltich einer gerichtlichen Klärung zu sehen, die möglicherweise noch auf die Steuerzahler zukommt. Wir empfehlen generell, diesen Sachverhalt mit dem eigenen Steuerberater zu diskutieren.

      Mit besten Grüßen,

      Björn Peters
    • RE: WiWo zu Xetra-Gold

      Lieber Pauli,

      noch zuletzt zu Ihrer Forderung, dass für Xetra-Gold erst physisches Gold eingelagert wird, bevor die Schuldverschreibung valutiert wird.

      Generell wäre das sicher möglich, aber zu welchen Kosten und welcher Gewinn erwüchse daraus?

      Xetra-Gold wird auf Xetra und dem Frankfurter Parkett in aller Regel mit einem Spread von 0,02 Euro auf das Gramm quotiert, das derzeit ca. 20 Euro kostet. Wir reden also von einer Geld-Brief-Spanne von 0,1%. Eine Goldeinlagerung vorab würde, wir haben das auch durchkalkuliert, zu einem notwendigen Ausgabeaufschlag von einem Prozent führen müssen, also zehn mal mehr. Es gibt ein Wettbewerberprodukt in der Schweiz, das diesen Weg gegangen ist und sogar (meines Wissens) anderthalb Prozent Ausgabeaufschlag erhebt. So weit zu den Kosten.

      Nun zum Nutzen. Wir behaupten ja, dass Xetra-Gold jederzeit mit physischem Gold gedeckt ist. Dazu muss man wissen, wie an der LBMA Goldüberträge vorgenommen werden. In unserem Beispiel bedeutet dies folgendes.

      Bei Schaffung von Xetra-Gold erwirbt das emissionsbegleitende Institut (die Deutsche Bank AG) Buchgold in London und überträgt es auf den gemeinsamen Gold-Clearer von Deutscher Bank und Umicore (HSBC). Sobald die HSBC der Umicore das Buchgold freistellt - d.h. sie hat es physisch vorliegen und gewährt den Eigentumsübertrag auf die Umicore - schreibt die Umicore der DB Commodities ein Buchgold-Guthaben gut. Erst dann wird die Schaffung von Xetra-Gold vollzogen, darüber wacht als neutrale Instanz die Clearstream. Ab einer wirtschaftlich sinnvollen Größenordnung von 500kg wird das Gold bei der HSBC abgefordert und zur Clearstream nach Frankfurt gebracht. Innerhalb von zehn Tagen muss es in Frankfurt ankommen, sonst werden keine neuen Anteile Xetra-Gold in Umlauf gebracht.

      Auf diese Weise ist Xetra-Gold zu jeder Zeit physisch hinterlegt, eben mit Gold, das sich bereits im Tresor befindet und zum geringeren Teil mit "Lieferansprüchen" auf physisch vorrätiges Gold, welches noch in London liegt oder gerade auf dem Weg nach Frankfurt ist. Das Risiko, dass das physische Gold, das in London liegt, nicht innerhalb von 10 Bankarbeitstagen in Frankfurt eintrifft, halte ich persönlich für vertretbar, selbst in Krisenzeiten. Immerhin bleiben die Lieferansprüche ja auch dann erhalten und sind bei einem LBMA-Clearer physisch gedeckt.

      Die Frage, ob eine Verringerung eines eher theoretischen Lieferrisikos von London nach Frankfurt einen Preisaufschlag von 1,5% rechtfertigt, dazu muss sich einjeder eine eigene Meinung bilden. Meine können Sie sicher erraten. Ich respektiere aber, dass man hierüber zu unterschiedlichen Risikobewertungen kommen kann.

      Letztlich bleibt es dabei: Wer Gold jetzt sofort haben will, soll gerne welches kaufen. Ich darf aber an dieser Stelle meine Wette erneuern: Eine Kiste guten Weines für denjenigen hier im Forum, der das Konzept für eine goldgedecktes Wertpapier nach deutschem Recht darlegt, das sicherer und kostengünstiger ist als Xetra-Gold.

      Mit besten Grüßen,

      Björn Peters
    • Original von Eldorado
      Meine Frage an BO Peters ist er soll uns mal erklaeren wie sein Gehalt bezahlt wird. :D
      Vermute dann kommt das Schweigen im Wald.... :D


      Eldo, vielleicht ist die Deutsche Börse Group eine 100-prozentige
      Tochtergesellschaft von UNICEF oder die anfangs in diesem Thema
      geäußerte Vermutung, dass es sich um einen gemeinnützigen Verein
      handelt ist richtig 8)
      Bei manchen Leistungsträgern des Finanzsystems ist es bekanntlich
      auch kaufmännisch gesehen, schlichtweg egal woher das Geld kommt.
      Es erscheint auf wundersame Weise jeden Monat auf dem Konto
      und viele sind dann der Meinung, es verdient zu haben ...


      Auf der Homepage von Deutsche Börse/xetra-gold heißt es:

      "Wenn Gold, dann Xetra-Gold

      Kostengünstig: Kein Ausgabeaufschlag, keine Transport- und Versicherungskosten, wie sie beim Erwerb von physischem Gold anfallen."

      Bei der Umicore, im Frankfurter Depot und bei einem gewünschten Transport
      zum Kunden ist das Gold also unversichert bzw. versichert, ohne das
      Versicherungsgesellschaften Geld dafür verlangen.
      Werttransportunternehmen arbeiten natürlich auch nur so zum Spaß ...

      Soviel karitativer Einsatz im Interesse des Goldes,
      muß ganz einfach den Markt revolutionieren!

      Goldbugs investieren Unmengen von Summen in Transporte und Versicherungen.
      Um jeden Preis wollen diese Typen auffallen :D

      ALEXIS
    • Finanzierung des Geschäftsmodells

      Hallo Alexis,

      in der Tat ist die einzige Einnahmequelle der Deutsche Börse Commodities die Depotgebühr von 0,3% pro Jahr. Einlagerungs-, Versicherungs-, Verwahrkosten etc. für Gold und die Verwaltungskosten müssen daraus bestritten werden. Ob sich das rechnet, werden wir erst in ein paar Jahren sehen. Nicht ungewöhnlich für ein neues Geschäftsmodell, das mit einem neuen Produkt auf einen sich erst etablierenden Markt zugeht...

      Mit besten Grüßen,

      Björn Peters
    • Bjoern Peters sollte Politiker werden, der redet um den heissen Brei herum und macht den Anschein bei XETRA Gold ist nicht viel zu verdienen.
      Die ganzen Mittelmaenner die sie haben machen diese Buchungen alle gratis, ein Wohlfahrtsverrein ! :D
      Sehe gerade, er hat geantwortet, nun wissen wir es, man lebt von 0.3%.
      Na dann wuensche ich Euch noch viele Kunden die bei Euch ihr Gold lagern.

      Gruss

      Eldo
      One Life *** Live it !

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Eldorado ()

    • Original von ALEXIS
      Original von Eldorado
      Meine Frage an BO Peters ist er soll uns mal erklaeren wie sein Gehalt bezahlt wird. :D
      Vermute dann kommt das Schweigen im Wald.... :D


      Eldo, vielleicht ist die Deutsche Börse Group eine 100-prozentige
      Tochtergesellschaft von UNICEF oder die anfangs in diesem Thema
      geäußerte Vermutung, dass es sich um einen gemeinnützigen Verein
      handelt ist richtig 8)
      Bei manchen Leistungsträgern des Finanzsystems ist es bekanntlich
      auch kaufmännisch gesehen, schlichtweg egal woher das Geld kommt.
      Es erscheint auf wundersame Weise jeden Monat auf dem Konto
      und viele sind dann der Meinung, es verdient zu haben ...


      Auf der Homepage von Deutsche Börse/xetra-gold heißt es:

      "Wenn Gold, dann Xetra-Gold

      Kostengünstig: Kein Ausgabeaufschlag, keine Transport- und Versicherungskosten, wie sie beim Erwerb von physischem Gold anfallen."

      Bei der Umicore, im Frankfurter Depot und bei einem gewünschten Transport
      zum Kunden ist das Gold also unversichert bzw. versichert, ohne das
      Versicherungsgesellschaften Geld dafür verlangen.
      Werttransportunternehmen arbeiten natürlich auch nur so zum Spaß ...

      Soviel karitativer Einsatz im Interesse des Goldes,
      muß ganz einfach den Markt revolutionieren!

      Goldbugs investieren Unmengen von Summen in Transporte und Versicherungen.
      Um jeden Preis wollen diese Typen auffallen :D

      ALEXIS


      Falls Du Dir Xetra Gold ausliefern lassen möchtest, musst Du sehr wohl Transport und Versicherung bis zu Deiner Bank bezahlen. Mit dem Werbespruch ist wohl gemeint, dass Du diese Kosten nicht zahlst für die auf Xetra gehandelten Schuldverschreibungen, bzw für die dafür im Hintzergrund ablaufenden Transaktionen physischen Goldes. Wenn Du ausliefern läßt, ists für Kleinstmengen sehr teuer. Ab ca. 3kg Auslieferung sollte es günstiger sein als bei seriösen Händlern direkt physisch zu kaufen (Kg-Barren).

      Ich finde Xetra Gold eine gelungene Innovation, es eignet sich zum Traden ohne Hebel, es eignet sich, kurzfristig Liquidität in Gold zu tauschen, es eignet sich, größere Posten Gold schnell zu kaufen oder verkaufen. Man sollte natürlich nie alle Eier in einen Korb tun und physisches Gold im eigenen atombombensicheren Bunker sollte für jeden Goldbug natürlich die Grundlage aller Investments sein. Vor allem, wenn man an die furchtbaren Krisen denkt, die wir alle hoffentlich noch erleben dürfen bzw. uns auf diese vorbereiten.

      Gruss
      SuperSilber