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Verfall des Hegemon USA - Seite 616 - Mit Edelmetallbezug - Goldseiten-Forum.com | Das Diskussionsboard für Edelmetalle & Rohstoffe

Verfall des Hegemon USA

    • Neu

      Lupus schrieb:

      Ja, stimmts?
      Woraus genau bestand denn das "neuronale Netz"?
      Auch das neuronale Netz enthält keine Vorgaben (Regeln) zur Bewertung einer Schachstellung.
      Der KI wurden lediglich die reinen Spielregeln programmiert (die Minimalinformation, um überhaupt Schach spielen zu können), woraus sich auch das Ziel der Mattsetzung des Königs ergibt (Angriff auf den König, ohne dass dieser noch ziehen kann).

      Dann hat man die KI unzählige Male gegen sich selbst spielen und die Ergebnisse innerhalb des neuralen Netzes so generalisieren lassen, dass sie bei folgenden Spielen auf die gewonnenen "Erkenntnisse" zurückgreifen konnte.

      Das neuronale Netz ist also eine Art Gerüst, den das Programm zur Speicherung und Generalisierung der erzielten Ergebnisse verwendet. Dass es zur Einrichtung und Verwaltung des neuralen Netzes auch Programmcode gibt, ist klar, aber dieser Programmcode enthält keine inhaltlichen oder qualifizierenden Regeln oder Vorgaben für die Stellungsbewertung als solche.
      Die Kriterien des Stellungsbewertung wurden durch die KI selbst entwickelt, indem sie diese aus dem Spiel gegen sich selbst eigenständig ableitete und vermenschlicht ausgedrückt "aus Fehlern lernte", was im neuronalen Netz generalisiert und abgespeichert wurde.

      Darüber hinaus gibt es natürlich auch eine programmierte Schnittstelle für die Eingabe gegnerischer Züge.

      Mir geht es aber darum, dass im gesamten Programmcode von "AlphaZero" keinerlei femde oder originäre Parameter für die Beurteilung einer Stellung vorgegeben wurden, außer dass eine Stellung, in der der angegriffene König nicht mehr ziehen kann, gewonnen und als Ziel anzustreben ist.
    • Neu

      Obwohl OT, hier der Versuch, die KI-Auseinandersetzung etwas zu erden:

      Der Begriff KI bezeichnet neuronale Netze, die in Soft- oder Hardware realisiert werden können. Und ja, solche Netze sind definitiv lernfähig und die Fähigkeiten selbst einfacher Netze sind durchaus beeindruckend. Die Programmierung solcher Netze aus modellierten Neuronen ist vergleichsweise trivial und bestimmt die Leistungsfähigkeit auch nur am Rande.

      Worauf es ankommt, ist die Organisation der Neuronen zu sinnvollen Strukturen und deren Optimierung auf eine bestimmte Lernaufgabe. Das Lernen dauert mit zunehmender Komplexität der Struktur immer länger, so daß es irgendwo eine Grenze gibt und man eben Kompromisse machen muß. Wobei sich die Möglichkeiten mit zunehmender Rechenleistung und der Verfügbarkeit von spezialisierter Hardware vergrößern. Das zweite große Thema und m.E. die eigentliche Kunst dabei ist die Aufbereitung des Materials, was man dem Netz zum Trainieren gibt. Die Netze machen ja nichts anderes, als Muster zu lernen, und dazu brauchen sie elend viele Beispiele.

      Daß Journalisten, die von nix ne Ahnung haben, gern schreiben, KI sei sowas wie menschliche Intelligenz und aufgrund dieser Verzerrung öffentliche Debatten lostreten, die völlig an der Sache vorbeigehen (Klassiker: Auto entscheidet wen es umnieten soll) steht auf einem anderen Blatt. KI ist (bis auf weiteres) die Wiedererkennung vorher gelernter Muster, allerdings auf inzwischen sehr hohen Niveau (grob vereinfacht ausgedrückt).

      Wer sich dafür interessiert, wie das im Prinzip funktioniert, kann sich ja folgende Seite anschauen: neuralnetworksanddeeplearning.com/ (Stand 2015). Da geht um das "Hello World" der KI: die korrekte Erkennung von handschriftlichen Ziffern. Wohlgemerkt solche, die das Netz vorher noch nie gesehen hat. Ein gut gemachtes Netz scheiterte damals lediglich an Gebilden, wo man sich auch als Mensch fragt, was das sein soll:

      Und wenn man Zahlen erkennen kann, geht das auch mit Gesichtern, Verkehrszeichen usw. Das hat aber nix mit Denken zu tun. Aber das können Journalisten, die das so hindrehen ja auch nicht...
      Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. (Karl Valentin)