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Funktechnik, Anwendungsmöglichkeiten und technische Grundlagen - Tagesgespräch zu Börse und Wirtschaft - Goldseiten-Forum.com | Das Diskussionsboard für Edelmetalle & Rohstoffe

Funktechnik, Anwendungsmöglichkeiten und technische Grundlagen

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    • Funktechnik, Anwendungsmöglichkeiten und technische Grundlagen

      Ich versuche hier mal die Grundlagen möglichst einfach und verständlich zu erläutern.
      ..und versuche mich möglichst kurz zu fassen [smilie_blume]

      Zur Historie:
      Bevor die Handys in den 1990er aufkamen war die Funktechnik ein weit verbreitetes Kommunikationsmittel. Die Basis dafür war das in den 1970er Jahren geschaffenen Citizen Band (CB) im oberen Bereich der Kurzwelle. Daneben gab es schon länger den Lizenzierten Funkbetrieb der Funkamateure, der hier erstmal nicht von Interesse ist.
      Zu beginn wurden im Bereich von 27 KHz 3 Kanäle für den CB-Funk bereitgestellt, mussten jedoch schnell auf 6, 12, 40 und schließlich 80 Kanäle erweitert werden. Da es sich hierbei um deutsches Recht handelt ist dies in anderen, auch europäischen Ländern abweichend geregelt. Viele sind bei den oberen 40 Kanälen geblieben.
      Mit dem technischen Fortschritt (Babyphone, Funkkopfhörer, Funk für Museen/Führungen, etc.) wurde das CB-Band zu klein und auch der Bedarf an anderen Möglichkeiten wurden immer größer. So entstanden im 2m-UKW-Bereich das Freenet und im UHF-Bereich, wo früher das analoge Fernsehen lief der PMR-Funk (Public Mobile Radio).

      Die physikalische Grundlage:
      Funkwellen breiten sich je nach Frequenz sehr unterschiedlich aus und bestimmen entsprechend auch die Nutzung. Kurzwellige Frequenzen (CB-Funk) laufen an der Erdoberfläche über weite Strecken entlang und können bei Abstrahlung nach oben auch innerhalb der Atmosphäre reflektiert werden. Inder Praxis ergibt sich damit eine zuverlässige Reichweite von etwa 40km, die bei guten Bedingungen aber auch 100erte km und viel mehr erreichen kann. Dabei ist auch eine gewisse Durchdringung von Gebäuden möglich.
      Wird die Frequenz höher so verhält sich das Signal immer mehr wie optisches Licht und die Reichweite sinkt rapide. Bei PMR liegt diese bei einigen Kilometern, je nach Gelände und ist in Gebäude hinein fast nicht möglich. Das Freenet-Band liegt dazwischen und bildet einen gewissen Kompromiss.

      Einen Bereich in dem gefunkt wird, ist durch eine untere und obere Grenze definiert. Im CB-Band ist dies der Bereich zwischen 26.565 MHz und 27,405 MHz. So ein Bereich wird auch Band bezeichnet und so wird das CB-Band auch als 11m-Band bezeichnet, weil die Frequenzen um eine Wellen Länge von 11m liegen: Wellenlänge = Lichtgeschwindigkeit : Frequenz in MHz - 300.000 : 27 MHz = 11,1m
      Diese so definierten Bänder werden nun in Kanäle mit einem festen Abstand unterteilt. Im CB-Band ergeben sich bei 0,01MHz Abstand dann die 80 Kanäle.
      So ergeben sich für Freenet 18 Kanäle und PMR 48 Kanäle.

      Beim Sendesignal wird es etwas komplizierter:
      Analoge und digitale Signal sind prinzipiell in allen drei Bändern möglich, wobei bei Freenet und PMR einige Kanäle speziell für die Digitalen Signale reserviert sind, währen es im CB-Band lediglich eine Empfehlung gibt.
      Der wesentliche Unterschied zwischen der analogen und digitalen Übertragung liegt in der Verständlichkeit des Signals, die bei digital besser ist und es gibt auch kein Rauschen in den Gesprächspausen. Diesen kleinen Vorteil erkauft man sich jedoch mit dem Umstand, dass das digitale Signal bereits bei kleinen Störungen oder Signalschwächen komplett ausfällt (abhackt - wie man dies früher auch vom Handy kannte.
      Beim analogen Signal gibt es verschieden Methoden die als Modulation bezeichnet werden und somit nach dem zu Grunde liegenden Verfahren bezeichnet werden: FM, SSB, AM
      Das gebräuchlichste Verfahren ist FM, weil dies jedes Gerät kann. Nur im CB-Band stehen mit SSB und AM noch zwei andere Verfahren zur Verfügung. AM ist das älteste Übertragungsverfahren und wird heute nur noch gelegentlich genutzt, weil die Übertragungsqualität sehr störanfällig ist. Dafür kann AM aber mit einfachsten Mitteln Empfangen werden.
      SSB war bis vor Kurzem noch dem Amateurfunk vorbehalten und verbindet die Signalqualität des digitalen Funks, ohne die Problematik der Aussetzer. Leider ist die Technik noch nicht sehr verbreitet und die wenigen Geräte vergleichsweise teuer.

      Die Geräte:
      CB-Geräte sind größer schwerer und benötigen auch etwas mehr elektrischen Strom, während Freenet und noch mehr PMR heute an die frühen Handy erinnert. Der Hintergrund liegt dabei in der benötigten Technik und dem Umstand dass die Sendeleistung im CB-Band bei 4W FM und 12W SSB liegt, während Freenet mit lediglich 1W und PMR mit 0,5W arbeiten.
      Wenn das gerät ins Auto eingebaut oder zuhause betrieben wird, sind Größe und Gewicht kein Argument. - Als tragbares Gerät muss man ggf. Kompromisse treffen und auf SSB verzichten?
      Ich nutze auch im Rucksack ein klassisches Mobilgerät mit einem LiFePO4-Akku, dass bis zu 5 Stunden Betrieb ermöglicht. Die knapp 3kg sind der Preis den ich gerne dafür trage. Eine Handgerät ohne SSB kommt hier auf etwa 1kg.

      Zu jedem Funkgerät wird einen Antenne benötigt, wobei je kürzer die Wellenlänge, bzw. höher die Frequenz, desto kleiner die notwendige Antenne. Die mächtigen CB-Antennen aus den 1970ern und 80ern kennen viele noch. Diese hatten eine Höhe von 6-8m, woran sich bis heute auch nichts geändert hat. Baut man eine derartige Antenne jedoch aus Draht, so ergibt dies einen Wickel mit einem Gewicht von 200g, den man an jeden Baum hängen kann.
      Jede Verkürzung eine Antenne bringt einen Leistungsverlust! In der Praxis um im Vergleich ist dies jedoch nicht so wichtig, denn ein CB-Gerät mit einer verkürzten 90cm Antenne übertrifft in der Reichweite immer noch ein Freenet mit 1m oder PMR mit 35cm.

      ...

      Was man nun nutzt liegt an den Anforderungen und auch dem, was vor Ort gebräuchlich ist. Der innere Trieb nach technischen Neuerungen, der viele CB-Funker zu Freenet und PMR zog ist das eine, des Revival des CB-Funks über die letzten Jahre lag eher in der weltweiten Verfügbarkeit und hohen Reichweite.
      Hier kommt auch noch einen andere interessante Entwicklung hinzu: Immer mehr Amateurfunker kommen auf das CB-Band zurück.
      Als Grund wird häufig genannt, dass so auch nicht lizenzierte Familienmitglieder mit funken können. Ob die erhöhte Aktivität im CB-Band, insbesondere im Bereich des Handyersatzes/Notfunks ganz unwesentlich sind, lasse ich mal offen.
    • Nun zu meiner Meinung.

      Ich betreibe das Funkhobby seit den 1980er Jahren und habe so mache Entwicklung mitgemacht, getestet und oft wieder zur Seite gelegt.
      Natürlich habe ich auch Freenet und PMR getestet und wollte dieses auch in meinem Unternehmen verwenden. Doch die ersten Tests zeigten, das eine Mauer eben eine Mauer ist und da ging weder Freenet noch PMR durch. CB-Funk mit vergleichbarer, reduzierter Leistung hatte dagegen keine Schwierigkeiten. Die Zuverlässigkeit von Freenet und PMR in industrieller Umgebung war eine Katastrophe, wobei digital so gut wie gar nicht nutzbar war.

      Damals haben wir die Handgeräte von Alan/Albrecht 42 eingesetzt und hatten dies klappte sehr gut. Ersatzbatterie in der Werkzeugtasche und ein externes Mikrofone, mehr brauchtes es nicht. Heute wird dort das President Randy 3 eingesetzt.

      Die im Digitalfunk angegeben Abhörsicherheit ist übrigens nicht gegeben Da es keine richtige Verschlüsselung gibt, bezieht sich diese eher auf ein Marketingargument. Außerdem ist prinzipiell jede Funkübertragung abhörbar, es ist lediglich eine Frage des Aufwands, wobei selbst für Handys bereits ein Notebook und bisschen Software reichen!

      In den 2000er Jahren ist im CB-Funk viel entstanden, auch spezielle Vereinigungen für den Notfunk/Prepperfunk. Durch die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen wurden diese jedoch in den Untergrund gedrängt. Aber diese existieren weiter und habe ihre regelmäßigen Testläufe. Der Zugang ist heute nicht mehr über eine Homepage oder FB-/Whatsapp-Gruppe möglich, sondern ausschließlich über den persönlichen Kontakt. Ich bin aber sicher, dass jeder Funkneuling beriets in den ersten Wochen kontakt haben wird und ggf. auch aufgenommen wird.

      Leider kann ich wie bereits geschrieben hier nur Seiten verlinken, aber nichts hochladen. Der beschriebene Reiter existiert bei mir nicht! Ich denke ich kann dennoch viele Fragen beantworten.

      Die Links lege ich alle, soweit möglich auf Amazon, auch wenn ich dort nichts kaufen würde. Eine gute Werkstatt ist sehr wichtig und die bekommt man dort eben nicht. Die Suche in Netz offenbart aber schnell die empfehlenswerten Adressen wie Benson, Funkkeller Weissach, Neunerfunk oder die europaweit tätige Koryphäe Hans Kucha in Offenhausen.


      Nachtrag:
      Ich hoffe das mit der Nennung möglicher Bezugsadressen geht in Ordnung?
      Die aufgeführten sind die, die bei mir in der Nähe oder auch über die Zeit immer wieder genutzt werden und soll keine Abwertung an die anderen sein !

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von DarkMatter ()

    • Können hier auch Beiträge zu 5G, Wifi, EMF etc. rein, das gehört zu "Funktechnik" ?

      Falls ja:

      Hier ein ex-Kollege von Dir, Ulrich Weiner, berichtet über Technik und Gefahren Mobilfunk:

      Mit dieser Internetseite habe ich mir zum Ziel gesetzt, verborgen gehaltenes Wissen über die Gesundheitsgefahren des digitalen Mobilfunks und der “Digitalisierung” zusammenzufassen und zu veröffentlichen, damit das Wohl der Menschen und der Natur wieder an erster Stelle steht. Es wird viel Wert auf genaue Quellenangaben gelegt, somit hat jeder Leser die Möglichkeit, Herkunft und Wahrheitsgehalt selbst zu überprüfen.....


      ul-we.de/
    • @Alpha667
      Danke für deinen Kommentar, aber ich will hier eher die Technik und Nutzung von freier, privater Funktechnik kleiner Leitung erläutern. Natürlich stellen sich mit zunehmender Leistung auch Fragen der gesundheitlichen Verträglichkeit, doch bei unter 12W SSB (Spitzensendeleistung) hat man nichts zu befürchten - Außer vielleicht eine Suchtgefahr wie bei jedem Hobby.
      Digitale Betriebsarten bei denen es etwas anders aussieht, haben in diesen Bändern aus meiner Sicht nur wenig Bedeutung. Auch wenn alle paar Jahre ein neuer Hype durchs Dorf getrieben wird, ist der vorherige dann meist schon wieder vergessen.
    • Wer eine Firma hat, der kann zu den von @DarkMatter genannten anmelde- und gebührenfreien Funkgeräten, zudem eine Betriebsfunklizenz beantragen. Die Geräte dürfen dann für den betrieblichen Zweck genutzt werden, wirklich genau kontrollieren wird das aber kaum einer, besonders nicht, wenn es wegen eines Blackouts etc. kracht.

      Ich habe hier in der Firma z.B. eine Betriebsfunklizenz im Zweimeterband und auch Handfunkgeräte mit 1 W Sendeleitung dafür. Welchen Vorteil bieten diese Geräte im Vergleich zu PMR- bzw. CB-Funk? Im Vergleich zu PMR ist die Reichweite in bebautem Gebiet und in Gebäuden deutlich größer als mit PMR. Der Stromverbrauch ist hingegen ähnlich wie bei PMR und man hat eine nur unwesentlich längere Antenne als bei PMR Geräten, sprich die Geräte sind leicht und kompakt. Zudem wird einem nur selten von anderen reingequatscht, verglichen mit PMR oder CB.

      Was man aber nicht erwarten darf, ist eine Reichweite im freien Gelände, wie es z.B. CB-Funk hat. Dafür sind die Geräte aber wie oben schon beschrieben kompakter und leichter, da der Stromverbrauch bei CB-Funk (Sendeleistung 4 W) eben höher und die Antenne für das 11m Band bei CB-Funk, auch wesentlich länger ist, als eine Antenne für das 2m Band. Das waren für mich übrigens die Gründe, weswegen ich mich für Betriebsfunk im 2m Band entschieden habe, als wir mit den zuvor von uns betrieblich genutzten PMR-Geräten immer wieder an die Reichweitengrenzen gestoßen sind. anfangs habe ich nämlich zu CB-Funk tendiert, da anmelde und gebührenfrei.
      „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ (Albert Einstein)

      „Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“ (Benjamin Franklin)

      Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag ist eine persönliche Meinung gem. Art.5 Abs.1 GG und Urteil des BVG 1 BvR 1384/16.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Währungshüter ()

    • Hier mal eine Liste der frei verfügbaren Funkmöglichkeiten (Frequenzbänder):

      CB-Funk (max. Sendeleistung 4 W): 26,965 - 27,405 MHz (11 m Band)
      Freenet (max. Sendeleistung 1 W): 149,0250 - 149,1125 MHz (2 m Band)
      PMR 446 (max. Sendeleistung 0,5 W): 446,000 – 446,200 (70 cm Band)
      „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ (Albert Einstein)

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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Währungshüter ()

    • Man muss einfach die verschiedenen Szenarien unterscheiden und dann seine Prioritäten setzen. Eine für alle brauchbare Universallösung gibt es nicht.

      So wie sich @Währungshüter für 2m Betriebsfunk entschieden hat, wegen kompaktere Geräte und dem Wunsch nach einer gewissen Störungssicherheit ("keine quatscht rein"), haben wir uns für CB-Funk entschieden.
      Für uns war die Verbreitung und dass einige Mitarbeiter bereits aktive CB-Funker waren entscheidender. Wenn jemand bei uns mithören wollte, wäre dies auch kein Problem und der Funkverkehr über den Tag ist auch nicht sehr hoch. PMR war schlicht nicht brauchbar und 2m wäre zusätzliche Technik/Investition gewesen.

      Im Krisenfall wird man mit Betriebsfunk aber nur innerhalb einer Gruppe nutzen können. Alles weitere, also welchen Frequenzbereich diese bei welchen Betriebsarten abdecken, hängt dann von den Geräten ab.
      Generell wird in diesem Fallniemand mehr nach einer Genehmigung fragen, das ist sicher richtig. Wie weit man heute in den unzulässigen Bereich geht, ist eine andere Frage. Denn das Gerät besitzen und damit mithören darf man alles, nur eben nicht senden! Die Überprüfung ist jedoch schwierig.. wenn also nun zwei Geräte in Auto sind???
      Aber ich will selbstverständlich niemanden zu etwas illegalen animieren.

      Nur der Vollständigkeit halber:
      Es gibt Amateurfunkgeräte auf dem Markt die die 3 freien Sendebereiche abdecken und noch viel mehr; sogar UKW-Radioempfang ist damit möglich. Diese haben die Größe eines Autoradios, wobei der Akku schon integriert ist (Gewicht rund 1200g). Da diese vom Nicht-Amateurfunker nur als Empfänger genutzt werden dürfen, ein teurer Spaß. Wenn man jedoch betrachtet, dass davon in DE mehr verkauft werden als es überhaupt Amateurfunker gibt...

      Zudem hat sich heute im Hobbybereich der WebSDR-Funk etabliert. Dabei wird vom eigenen Gerät nur gesendet, während der Empfang über das Internet und einen stationären Empfänger realisiert wird.
      Für den Interessenten oder Einsteiger eine schöne Möglichkeit vorab mal in die Bänder zu hören, was lokal los ist.
      Dies sind im Netz mit der Suche "websdr" leicht zu finden. Einfach den nächstgelegenen Standort auswählen und fertig. Einer in meiner Nähe ist der WebSDR auf dem Dillberg östlich von Nürnberg --->.
    • DarkMatter schrieb:

      Man muss einfach die verschiedenen Szenarien unterscheiden und dann seine Prioritäten setzen. Eine für alle brauchbare Universallösung gibt es nicht.
      Das ist die wichtigste Aussage in Bezug auf Funkgeräte überhaupt, es gibt keine "One fits all Lösung". Man muss sich immer ansehen, was ist der Einsatzbereich, mit wem will ich funken, wie ist die Umgebung (Bebauung, Frequenznutzung durch andere Parteien), was für Reichweiten muss ich erreichen, wie lange müssen die Akkus mindestens halten, brauch ich Spritzwasser und Schlagschutz, ist im Anwendungsfall die Baugröße oder Antennenlänge von Bedeutung. Hat man all das geklärt, wird man feststellen, dass man einen Kompromiss gehen muss.

      Der Vorteil von Funk im Gegensatz zum Handy ist in meinen Augen die Unabhängigkeit von Basisstationen (gilt zumindest für die nicht GSM/LTE basierten Funkdienste). Zudem lassen sich leicht größere Gruppen bilden die direkt angesprochen werden und auch untereinander viel leichter kommunizieren können, als dies beim Handy möglich ist. Daher war am Ende für uns die Wahl: 2 m Betriebsfunk. So kann der Techniker der im Keller sitzt mit dem Techniker auf dem Dach, der die Richtfunkantenne justiert kommunizieren und der dritte Techniker der in einem Büro sitzt und am Rechner probiert, ob die Verbindung auch funktioniert, bekommt auch mit, ob es läuft oder nicht. Auch die Kommunikation mit dem Techniker an der Rifu-Antennte auf dem Gebäude 600 m weiter, das angebunden werden soll, ist problemlos möglich. Bei PMR hatten wir da immer Probleme mit der Dämpfung, aber auch mit vielen Störern, selbiges bei Freenet.

      Die PMR Geräte habe ich übrigens nicht verkauft, sondern behalten, werden z.B. an Schulen für Bundesjugendspiele vermietet oder bei örtlichen Veranstaltungen von den Vereinen angemietet. Wenn ich die also ggf. wieder benötige, sind sie noch da. Den Betriebsfunk nutzen wir derzeit nur für betriebliche Klamotten, könnte mir aber vorstellen, diesen bei Bedarf auch für eine Bürgerwehr etc. einzusetzen.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Währungshüter ()

    • @DarkMatter
      Mich würde interessieren, was Du in der Firma für ein Anwendungsszenario hast und was letztlich die für Dich ausschalgebenden Punkte waren, auf CB-Funk zu setzen. Hast Du Lust darüber zu berichten, evtl. hilft das auch dem ein oder anderen hier im Forum. Z.B. welche Probleme Du mit PMR bzw. Freenet hattest.
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    • Hab ich in #8 je schon kurz angerissen.

      Ich hat ein Unternehmen im Bereich Steuerungs-/Anlagenbau für Industrietechnik/Großanlagen, wo wir die Funkgeräte vorrangig für die Inbetriebnahme und Wartung eingesetzt haben. Nachdem solche Anlagen primär aus einer Stahlkonstruktion, Blechböden, etc. bestehen wird der Funkverkehr mit steigender Frequenz schwieriger.
      PMR ist dafür gar nicht geeignet, Freenet geht meistens, bietet aber keinen Vorteil gegenüber CB.

      Nachdem im Unternehmen einige ambitionierte CB-Funker waren, viel die Entscheidung dann auch auf CB. Wobei die mögliche höhere Leistung im CB-Funk noch einiges an Reserve bietet. Aber der Hauptgrund war, dass die Geräte zum Teil da waren und der Kenntnisstand auf Kurzwelle einfach höher war als auf 2m oder 70cm.
      Das höhere Gewicht ist dabei weniger interessant, denn über 500g mehr braucht man sich eigentlich keine großen Gedanken zu machen. Von der Robustheit sind die CB-Geräte auch bisschen besser und Wasser-/Staubschutz waren nie das große Thema. Selbst bei einem Tag im regen haben die Alan42 nicht schlapp gemacht obwohl diese sehr nass wurden.
      Mit Abhörsicherheit, bzw. Fremdstörung hatten wir nie Schwierigkeiten, da die oberen 40 Kanäle eher ein Schattendasein führten und immer noch führen. Dies liegt daran, dass diese eigentlich nur in Deutschland genutzt werden. Betriebsfunk hätte uns keine direkten Nutzen, nur wesentlich höhere Kosten verursacht.


      Heute gibt es hier in der Region eine recht aktive CB-Szene, was einfach an der höheren Reichweite liegt. 40km hegen eigentlich immer und wenn das Wetter passt auch ein Vielfaches.
      Ich beschäftige mich neben dem direkten Funken mit dem Antennenbau, was bei Kurzwelle einfacher ist und auch mehr Erfolg bringt. Die Vergrößerung der Reichweite bei PMR von 1-3km auf 10km+ ist schon eine Hausnummer, aber ganz ehrlich kommt dabei kein großes Erfolgsgefühl auf. Wenn dagegen auf CB mit selbstgebauter Antenne Verbindungen nach Südamerika oder in den nahen Osten zu Stand kommen, schlägt das Herz schon bisschen kräftiger.
      Für einen eventuellen Krisenfall gibt es auf allen 3 Bändern erprobte Konzepte, aber nachdem man nicht gleichzeitig auf mehreren Bändern arbeiten kann und die Funker dahinter fast ausschließlich aus der Kurzwelle (CB) kommen, werden die oberen Bänder nur sehr lokal genutzt. Überregionale Infos, Rundsprüche, etc. laufen deshalb fast ausschließlich auf Kurzwelle.

      Ich denke mal, dass sich das Thema Funk generell etwas mit dem Forumszweck Edelmetalle/Anlage und der nicht vorhandenen Anonymität im Funk beißt. Denn der Austausch der Heimatkoordinaten und des Vornamens ist üblich, wobei eigentlich jeder weis, wo der andere wohnt - zumindest +- 2km. Den Rest verrät die Antennenanlage.
    • Nachtrag zu #8:

      Ein universelles Gerät für den Empfang wäre z.B. das Yaesu FT-818. Senden ist mit diesem Gerät ohne AFU-Lizenz verboten und auch ohne "Umbau" auf CB, Freenet und PMR auch nicht möglich (die Sendefreischaltung kostet rund 20€ [smilie_blume] ) Die Antennen für PMR, Freenet und UKW-Radioempfang sind dabei, die CB-Antenne muss separat gekauft werden - beginnen so um die 50€.

      Ob so eine Multigerät sinnvoll ist, muss jeder selbst entscheiden, zumal reine CB-Geräte recht günstig sind.
      Wenn es etwas kleines sein soll bietet sich beispielsweise die President Bill an und wenn es Highend-sein soll die McKinley. Als tragbare Alternative die bereist genannte Randy III, oder das über viele Jahre bewährte Alan42.
      Die entsprechenden Geräte für Freenet oder PMR liegen etwa in der gleichen Preisspanne.
    • Danke für die Schilderung @DarkMatter! Bei mir im Betrieb ist es so, dass wir viel Netzwerkinfrastruktur im Bereich KMU aufbauen bzw. warten oder erweitern. Dabei ist es wichtig, dass die Techniker untereinander schnell und einfach kommunizieren können. Ein typisches Szenario ist z.B., dass eine Lagerhalle im selben Gewerbegebiet 500 m Luftlinie weiter, per Richtfunk ins Netzwerk integriert werden soll, da Glasfaser nur partiell verfügbar und zudem sehr teuer ist. D.h. wir errichten dann zwischen den beiden Standorten eine Richtfunkstrecke. Dazu müssen alle Techniker untereinander, schnell und einfach kommunizieren können. Und zwar die, welche im Gebäude sitzen z.B. im Technikraum und die, welche auf dem Dach stehen die die Rifu-Antennen ausrichten (Einpegeln).

      Bei PMR hatten wir immer das Problem, dass es bei der Kommunikation mit den Leuten im Gebäude, Schwierigkeiten gab. Bei den Freenet Geräten, ging das besser, aber wehe es war ein Baukran in der Nähe, der hat dann gerne mal richtig reingestört. Da wir auch auf Dächern etc. aktiv sind, war mir wichtig, dass die Geräte extrem robust und handlich sind. Das Ergebnis war dann am Ende Betriebsfunk 2 m, zumal die Gebühren für die Handquetschen nicht so wild sind. Wir haben aktuell fünf Geräte im Einsatz, da ist das alles recht überschaubar. Vorteil war natürlich auch, es reden nicht so viele rein. Bei PMR war das in manchen Gewerbe- bzw. Industriegebieten schon sehr nervig.

      Im PMR Bereich hatten wir übrigens Motorola XT420, welche schon recht gut waren, auch von der Reichweite her. Aber 70 cm und 0,5 Watt bleiben eben 70 cm und 0,5 Watt. Auf die 2 m Geräte bin ich übrigens durch unseren örtlichen Feuerwehrkommandanten gekommen, da die im analogen BOS ähnlich Teile verwenden und der meinte, für die Kommunikation im Nahbereich zwischen Gebäuden, wären die ein guter Kompromiss. Ich habe dann Motorola DP1400 VHF gekauft. TETRA mag der Kommandant übrigens gar nicht, was ich nachvollziehen kann, da man stets von einer funktionsfähigen Funkzelle abhängig ist (zumindest beim Einbuchen der Geräte).

      Verstehe ich es richtig, dass du Dir eine CB-Yagi Antenne gebaut hast?

      Edit für Waidmänner: PMR Funk ist bei Treibjagden ganz gut nutzbar, ebenso wie Freenet.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Währungshüter ()

    • Neu

      Währungshüter schrieb:

      Verstehe ich es richtig, dass du Dir eine CB-Yagi Antenne gebaut hast?
      Ja, unter anderem, doch diese ist heute nur noch selten bei alten Geräten im Einsatz. Das Teil ist mit einer Höhe von 5,8m und Breite von 4m ein recht imposantes Teil. Dazu kommt noch der Mast mit 12m
      Aber dennoch portabel in wenigen Minuten aufgebaut (Gewicht etwa 4 kg). Könnte ich Fotos hochladen, würde ich mal ein Bild einstellen..
      Nachdem die neuen Geräte haben wesentlich bessere Empfänger haben und heute andere Eigenschaften vorrangig sind, ist mittlerweile die End-Fed meine bevorzugte Antenne. Dies besteht aus einem 5,5m langen Draht der überall aufgehängt werden kann und einer Anschaltbox am unteren Ende. Damit kann der Draht einfach hängen bleiben und die Antenne muss nicht immer neu aufgebaut werden. Wobei bei 40€ Materialwert auch im Diebstahlfall nicht viel verloren ist. Der prinzielle Aufbau ist HIER, wenn auch nicht ganz richtig, gezeigt.
      Die Richtwirkung der Yagi dient mehr dem Empfang, also um eine spezielle Richtung herauszupicken und alle anderen Richtungen u unterdrücken. Der bei der Yagi entstehende Gewinn ist zwar nicht schlecht, in der Praxis ist die Richtwirkung aber wichtiger.
    • Neu

      DarkMatter schrieb:

      Ich hoffe die direkte Frage missfällt nicht, interessiert mich einfach..

      Gibt es hier im Forum eigentlich aktive 11m/CB-Funker von der unlizenzierten Zunft?
      Ich hatte in den 1980ern CB-Funkgeräte mit Brenner. War jeweils so ein Gerät von DNT (40 Kanal FM 4 Watt & 12 Kanäle AM 1 Watt), das man bei Quelle kaufen konnte. Eines hatte ich im Auto und eins war im Haus, jeweils mit Autoantenne. Im Bekanntenkreis hatten auch viele ein CB-Gerät im Auto bzw. im Haus oder Wohnung. Das Ganze ist dann aber eingeschlafen in den 1990ern, da wir alle in die weite Welt hinausgezogen sind oder Familien gegründet haben. Ich habe dann meine nicht mehr funktionsfähigen Geräte irgendwann um 2005 in den Elektroschrott gegeben. Mir dann aber vor Jahren zu Testzwecken wieder Handgeräte gekauft. Das war damals, als ich geschaut habe, wie ich das für die Firma am besten gelöst bekomme. Nachdem die Dinger für meinen Einsatzzweck nicht wirklich das gebracht haben, was ich mir gewünscht habe, habe ich sie in der Bucht vertickt.

      Ich bin also Ex-CB-Funker, wenn man so will.
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      Komme übrigens eben von einer größeren Baustelle eines Unternehmens zurück, wo wir mehrere Hallen per Richtfunk in ein LAN integrieren. Ich stand auf dem Dach einer Stahlkonstruktion (Lagerhalle), der Kollege im Hauptgebäude 900 m weiter war im Keller (2. UG) im Technikraum. Glasklare Verständigung über 2 m BFu.

      Die 900 m Luftlinie geht quer durch ein Industriegebiet, also widrige Umgebung für die Wellenausbreitung. PMR hätte garantiert wieder gezickt.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Währungshüter ()

    • Neu

      Noch ein Nachtrag zum CB-Funk in den 1980ern und frühen 1990ern:
      Ich denke, es ist auch eingeschlafen, weil mit dem D-Netz und den Handys Autotelefonie erschwinglich wurde. A-, B-Netz waren ja von den Gebühren her unbezahlbar und auch das C-Netz, zumindest anfänglich, noch ziemlich teuer. Für uns war das CB-Funken daher das, was wir heute mit dem Handy machen, man war unterwegs zumindest in der näheren Umgebung, gut erreichbar.
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      Ja, das hatte damals viel damit zu tun und viele Funker haben damals auch ins lizenzierte Lager (AFU) gewechselt. Ich hab so meine Probleme mit Organisationen, sei es nun der Amateurfunk oder andere, weshalb ich mich bis heute gegen eine Mitgliedschaft wehre.
      Aber ich baue immer noch für lokale Amateurfunker Antennen und habe früher, als dies noch möglich war, auch Geräte repariert. Der Kontakt ist gut, das "Generve" wegen der Lizensierung/Prüfung leider auch. Wenn ich mal Lust habe, kann ich die Stationen von befreundeten Funkern mal mitbenutzen - kommt aber sehr selten vor.
      Naja, anderes Thema..
    • Neu

      DarkMatter schrieb:

      Ja, das hatte damals viel damit zu tun und viele Funker haben damals auch ins lizenzierte Lager (AFU) gewechselt. Ich hab so meine Probleme mit Organisationen, sei es nun der Amateurfunk oder andere, weshalb ich mich bis heute gegen eine Mitgliedschaft wehre.
      Aber ich baue immer noch für lokale Amateurfunker Antennen und habe früher, als dies noch möglich war, auch Geräte repariert. Der Kontakt ist gut, das "Generve" wegen der Lizensierung/Prüfung leider auch. Wenn ich mal Lust habe, kann ich die Stationen von befreundeten Funkern mal mitbenutzen - kommt aber sehr selten vor.
      Naja, anderes Thema..
      Hast Du damals in den 80ern Deine CB-Geräte eigentlich angemeldet gehabt? Man musste in den 80ern, wenn ich mich noch recht erinnere, die Geräte die FM und AM konnten, anmelden und auch pro Jahr 12 DM, also monatlich 1 DM abdrücken. Geräte die nur FM oder AM konnten, waren hingegen Anmelde- und Gebühren frei. Zumindest habe ich es noch so im Kopf. Ich habe damals schon drauf gepfiffen, mein Brenner war ja auch nicht legal zu betreiben.
      „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ (Albert Einstein)

      „Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vorübergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“ (Benjamin Franklin)

      Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag ist eine persönliche Meinung gem. Art.5 Abs.1 GG und Urteil des BVG 1 BvR 1384/16.

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