"Darf" man Münzen auspacken?

  • Fragen an die Profis unter Euch:


    Dass Silbermünzen möglichst in der Dose bleiben sollten, ist mir klar; wenn ich eine ZUSÄTZLICHE Einschweißfolie entferne - schade ich damit der Münze? Und/oder dem Wiederverkaufswert?


    Wie schaut´s bei Goldmünzen (Panda...) aus?? Ist umpacken in eine Münzdose erlaubt?


    Schon jetzt DANKE für Tipps

  • Zitat

    Original von fabio
    Fragen an die Profis unter Euch:


    Ich bin zwar kein Profi, sondern sammle Münzen nur als Hobby, aber ich schreibe trotzdem mal meine Meinung.


    Zitat

    Original von fabio
    Dass Silbermünzen möglichst in der Dose bleiben sollten, ist mir klar; wenn ich eine ZUSÄTZLICHE Einschweißfolie entferne - schade ich damit der Münze? Und/oder dem Wiederverkaufswert?


    Der Münze schadest du sicher nicht, wenn sie in der Kapsel verbleibt, aber evt. dem Wiederverkaufswert. Es herrscht ein regelrechter Verpackungswahn, es scheint manchmal so zu sein, als sei den Leuten die Verpackung wichtiger als die eigentliche Münze. Sieh dir mal die erzielten Preise der 10DM Gedenkmünzen in PP an, wenn die Noppenfolie nur um wenige Millimeter beschnitten wurde, bekommst du die Münze gleich deutlich billiger.


    Zitat

    Original von fabio
    Wie schaut´s bei Goldmünzen (Panda...) aus?? Ist umpacken in eine Münzdose erlaubt?


    Wie ist der Panda denn original verpackt? Kommt der nicht in einer Kapsel?


    Wenn du umpacken möchtest, besorg dir einen Handschuh aus Baumwolle oder Latex. Berühr die Münze nicht mit bloßen Händen, auf einer perfekten Goldmünze hinterläßt sogar die rauhe Haut der Finger sichtbare Spuren.


    Gruß
    mvd

  • Kann "mvd" nur bestätigen. Sicher muss man seine Schätze auch mal "sinnlich" erfassen, aber es halt so, original verpackt verkauft sich besser.
    Ich habe meine nicht eingeschweißten Pandas auch nach und nach abgestoßen.

  • Original von fabio[/i]


    Wie ist der Panda denn original verpackt? Kommt der nicht in einer Kapsel?


    [/quote]


    Mein Palladium-Panda steckt in einer Kapsel die wiederum in einer Plastikhülle steckt. Das finde ich zwar etwa übertrieben, aber das Problem mit dem Wiederverkaufswert ist nicht zu leugnen.


    Meine persönliche Ansicht:


    Bei allen Sammlermünzen (und die Pandas stellen mE ein Mittelding zwischen Sammlermünze und Bullion-coin dar) sollte die Umverpackung auf jeden Fall beibehalten werden. Verluste beim Wiederverkauf sind sonst unvermeidbar.


    Wegen der Empfindlichkeit von reinem Gold gegenüber Kratzern würde ich das auch bei Bullioncoins mit hoher Reinheit (z. B. Maple Leaf, Australian Nugget, Philharmoniker) so machen. Manche potentiellen Käufer sind da etwas empfindlich und eine Möglichkeit den Preis zu drücken wird immer gerne gesehen. (Auch wenn es da auch andere Stimmen gibt, die bei ihren Münzen auch den sog. Bißtest machen ;))


    Wenn man seine Schätze auch mal anfassen möchte sind mE die Goldmünzen mit einem gewissen Kupferanteil (insbesondere Krügerrands, Eagles oder Britannias) die bessere Wahl. Oder auch klassische Umlaufmünzen (wie die guten alten 20 Mark Münzen), die dafür hergestellt wurden angefasst und auch in einen Geldbeutel gesteckt zu werden. Hier führt der noch höhere Anteil an Legierungsmetallen zu einer noch höhere Zähigkeit.


    Be Silbermünzen ist zusätzlich zu beachten, dass der Schweiß auf der Haut mittelfristig zu Verfärbungen führen kann. Daher würde ich Silbermünzen eher mit einem Baumwollhandschuh anfassen.


    Viele Grüße!
    Rübezahl

  • Zitat

    Original von Rübezahl


    Mein Palladium-Panda steckt in einer Kapsel die wiederum in einer Plastikhülle steckt. Das finde ich zwar etwa übertrieben, aber das Problem mit dem Wiederverkaufswert ist nicht zu leugnen.


    Nach dem Posting bin ich noch mal in mich gegangen: Eine Plastikfolie über der Plastikkapsel: Das ist nicht nur übertrieben, das ist Wahnsinn. Ich habe daher die Plastikfolie abgemacht. Das ist aber keine Empfehlung. Bei einem Wiederverkauf wird das bestimmt Probleme machen. Das ist mir die Sache aber Wert.

  • Salut Forum ,


    weil's mir gerade einfällt:
    Hat von den geschätzten Foristen jemand angelaufene ,EINGESCHWEISSTE Silbermünzen in seinem edlen Bestand oder schützt die Einschweissung dauerhaft gegen Oxidation?
    Die eingeschweissten Maple Leafs z.B. sind ja eigentlich nicht gänzlich vakuumverpackt.


    Gibt's da Erfahrungen?


    Danke und Gruss, Gaudibursch.

  • Zitat

    Original von ich
    Sicher muss man seine Schätze auch mal "sinnlich" erfassen...


    Zu diesem Zwecke kann sich der "haptische Typ Mensch" ja auch für wenig Geld ein paar Gold- und Silbermünzen zulegen, die schon Spuren der Jahre tragen. Da kommt es dann doch nicht mehr darauf an, die kann man dann auch mal im Freundes- und Verwandtenkreis herumreichen und zeigen.


    Aber eine makellose neue und originalverpackte Münze würde ich niemals anfassen und auch gar nicht erst auspacken. Bei meinen Einkäufen über ebay habe ich einige Kookaburras, Krügerrands und einen Maple Leaf aus Gold unterhalb des Materialpreises bekommen, weil sie aussehen wie normales Wechselgeld im Portemonaie. Das reicht zum spüren und anfassen, da muß man nicht auch noch die perfekt erhaltenen Münzen verwarzen.


    Gruß
    mvd

  • Zitat

    Original von Gaudibursch
    Hat von den geschätzten Foristen jemand angelaufene ,EINGESCHWEISSTE Silbermünzen in seinem edlen Bestand oder schützt die Einschweissung dauerhaft gegen Oxidation?
    Die eingeschweissten Maple Leafs z.B. sind ja eigentlich nicht gänzlich vakuumverpackt.


    Die ältesten eingeschweißten Silbermünzen die ich besitze sind die 5DM Gedenkmünzen in Polierter Platte von 1968 angefangen. Die funkeln noch immer wie am ersten Tag. Auch die späteren 10DM Münzen in der Noppenfolie sind ohne eine Spur des Anlaufens. Die gleichen Münzen unverpackt entwickeln schon nach wenigen Wochen im Sonnenlicht eine deutlich braune Patina. Ein paar € 10,- Gedenkmünzen hatte ich mal auf einem Tisch liegen lassen und schon nach kurzer Zeit waren sie angelaufen.


    Ich weiß nicht ob es stimmt, aber ich habe mal in einem Forum gelesen, daß Münzen die in Folie eingeschweißt sind, vor UV-Strahlung geschützt werden müssen, da sich die Folie sonst zersetzen kann und einzelne chemische Bestandteile daraus die Münze angreifen. Das heißt, daß man diese Münzen vor Sonnenlicht und Licht aus Halogenlampen schützen muß. Meine lagern in einem Schrank in dem es stockefinster ist, denn ich will es mit meinen Schätzen nicht ausprobieren ob es stimmt.


    Mit den Kapseln habe ich noch wenig Erfahrung, so lange gibt es die ja auch noch nicht. Einen völligen Schutz bieten sie sicherlich nicht, schon allein aufgrund der Fertigungstoleranzen. Manchmal muß man sie mit Kraft zusammendrücken, dann dürften sie ziemlich dicht sein und manchmal fallen sie von allein wieder auseinander, je nach Alter des Spritzgußwerkzeuges.


    Andererseits ist das Anlaufen einer Silbermünze über die Jahre nun auch keine Katastrophe. Die ganzen alten Kookaburras in den alten quadratischen Kapseln mit den 4 "Luftlöchern" an den Seiten, sind mittlerweile alle angelaufen und zwar immer am stärksten an den Stellen der Löcher. Bei einer Münze mit metallisch reiner Oberfläche, die niemals berührt wurde, bildet sich da im Laufe der Jahre eine wirklich schöne Patina heraus, die die Münze nur noch interessanter macht. Ein schwarz angelaufener Fingerabdruck dagegen wird auch in 50 Jahren noch sichtbar sein und zerstört das harmonische Gesamtbild des Motivs.


    Gruß
    mvd

  • Jetzt wollte ich mal ein Beispiel für wirklich schöne Patina bringen, aber es läßt sich einfach nicht fotografieren. Zumindest mit meinen technischen Mitteln nicht. :(


    Dieses 1 Reichsmarkstück von 1915 habe ich neulich neben einigen anderen über ebay gekauft. Es hat eine wunderschöne Patina, die je nach Lichteinfall in allen Regenbogenfarben schillert. Es ist faszinierend, man muß diese Münze den Leuten wirklich wieder wegnehmen, wenn sie mal herumzeigt. Das Farbenspiel reicht von Türkis in der Mitte über Rot bis hin zu einem kräftigen Violett in der rechten oberen Ecke.


    An den wenigen hellen Stellen zwischen den Federn und den Randperlen saß irgendein festhaftender schwarzer Dreck, den ich sehr vorsichtig entfernt habe. Hoffentlich sind die nach ein paar Jahren durch weiteres Entwickeln der Patina verschwunden.


    Habt ihr einen Tip, wie man das Farbenspiel vieleicht doch fotografieren kann?


    Gruß
    mvd

  • Es kommt drauf an ob man die Münzen als Wertanlage oder einfach nur als Hobby kauft.
    Wenn man sie nicht unbedingt verkaufen will kann man sie ruhig bis zur Kapsel auspacken, aber auf gar keinen Fall weiter.
    Es kann auch mal einen Notfall geben wo man dringend Geld braucht.
    Gruß
    MM

  • [Blockierte Grafik: http://www.fototime.com/17707BC0F92CE98/standard.jpg]


    so sehen die Pandas "ab werk" aus... ;)



    Der Wertunterschied für ausgepackte dürfte kaum messbar sein .. vorausgesetzt, der Auspacker hat sie perfekt behandelt: mit Handschuhen genommen und in Kapsel gelegt.


    Da Kapseln zu öffnen sind, kann man dem Käufer nur raten, die Münze genau zu betrachten .. also: rausnehmen aus der Kapsel (mit Baumwollhandschuhen natürlich, und ein Tipp am Rande: wo man mit Münzen hantiert, sollte man keine Fliesenboden haben, sonden Teppich ..), und besonders auf den Rand achten. Die Folie ist die Garantie, dass die Münzen niemandem auf den Boden gefallen ist.


    Ausserdem kann man es auch übertreiben: eine Goldmünze, PP, die man eigentlich nie in die Finger nehmen soll, die bekommt man auch bei Fingerabdrücken wieder perfekt, oft nur mit Spülmittel, immer mit Goldbad. Man darf nur nicht reiben, aber durch Tauchbäder kommen keine sichtbaren Schäden an die Münze. Alles was ich mit der Lupe nicht sehe ist Theorie, und mit Mikroskop oder 10x 20x Lupen, da ist KEINE Münze perfekt. Und natürlich darf der Frevler sie nicht in die Geldbörse gesteckt haben, auf den (Fliesen)boden fallen lassen oder sonst wie traktiert haben.

  • übrigens:


    Normale Folien wie sie für Gefriertüten oder auch für die beliebten Druckverschlussbeutelchen verwendet werden, enthalten sogenannte Weichmacher. Direkter Kontakt zu unedlen Materialien führt zu heftigen Reaktionen, Silber-Fünfer bekommen so eine klebrige, grüne Schleimschicht, wenn sie jahrezehntelang in solchen Folien gelagert wurden. Man liest da Horrorgeschichten von alten Münzen, die Orginal ab Münzanstalt in solchen Folien ausgeliefert wurden.


    Münztaugliche Kunststoffe, wie die Albumseiten von gängigen Zubehörherstellern oder die Folien in denen die Canada Silber Maples geliefert werden, sind unbenklich, aber mangels Weichmacher werden die nach Jahren spröde, 1989ger Maples in meinem Bestand sind oft undicht, und in 10 Jahren werden die wohl anlaufen, und in 20 müssen die ins Münzbad und in Kapseln, falls sie dann als Sammlerstücke wertvoll sind ...


    Die China-Folien sind verdächtig weich ... aber bei 999er Au macht das wohl nichts ... :))


    Übrigens: der oben abgebildete 10er Pack, wenn ich so drüber nachdenke, dann haben ich (habe ich um porto zu sparen mit jemand zusammen gekauft), ja dann auch für Sammler ziemlich entwertet, mit der Hausschere auseinandergetrennt .. Briefmarkensammler suchen ja auch Viererblocks oben rechts, oder ganze Bögen ... Grübel Grübel, :( hätte ich wohl doch alle behalten sollen :rolleyes: .. (bei der Goldpreisentwicklung wäre das im Nachhinein sicher der bessere Rat gewesen .... ;)

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