Feingold-Prüfung

  • Zur kaufmännischen Seite der Goldverkäufe habe ich ja schon meine
    Meinung dargestellt.


    Jetzt möchte ich alle Eigentümer von Goldbarren 999,99 und einer Dezimalwaage einladen, das durch das Objekt verdrängte Wasser in g (nach Archimedes) ins Forum zu stellen, damit wir diese Werte ver-
    gleichen können.


    Ein Kilo-Barren, geteilt durch 19,32 (g/cm3 spezifisches Gewicht)
    müsste 51,76 g Wasser verdrängen.


    Glas mit Wasser wiegen, dann Barren ins Glas eintauchen ohne Be-
    rührung mit Boden oder Wand. An Zwirn oder dünnstem Metallfaden
    bis eben unter die Wasseroberfläche absenken. Wasser sollte dabei
    nicht überlaufen. Also entsprechende Reserve für das aufsteigende
    Wasser berechnen. Gewichts-Differenz ermitteln.


    Vielleicht haben wir Glück ! und stoßen auf eine Fälschung.
    Schließlich hat schon Friedrich der Große seinen Krieg mit gefälschten
    Goldmünzen finanziert. Der Schwindel flog erst 3 Jahre später auf.


    Leider habe ich selbst keinen Barren. Eine Dezimalwaage werde ich
    mir demnächst zulegen.


    Gibt es bei den staatlichen Münz-Anstalten neutrale Prüfer für diese
    Barren ?

  • Ich denke, dass von dieser Prüfung noch jeder etwas lernen kann.
    Man bekommt das Gefühl für den Umgang mit Gold und kann das
    Gelernte und Praktizierte auch auf die Prüfung von Legierungen über-
    tragen.
    So ganz logisch ist Dein Einwand nicht. Natürlich kauft jeder einen
    Barren nach Gewicht und kann dieses auf jeder Waage nachprüfen.
    Soviel ich weiß haben Barren aber keine rechteckigen Formen, die
    sich über L x B x h leicht nachrechnen lassen. Und wenn, dann könnte
    man das nur gegen eine Aussage der Prägeanstalten abgleichen, von
    der man annimmt, dass diese stimmt bzw. diese Angabe mit Hilfe
    des spezifischen Gewichts auf den Soll-Rauminhalt überprüfen.
    Hast Du das schon gemacht ? Goldenes Kalb, entspricht Dein 500g-Barren einem Rauminhalt von 25,88 cm3 (ml) ?
    Eine Deklaration der Maße ist ohne Relevanz und könnte sogar im Anschluss an eine Fälschung
    die größere Masse einer Legierung wegzertifizieren wollen.
    Der alleinige Beweis der Echtheit kann nur über das spezifische
    Gewicht erfolgen.
    Wer kann schon optisch feststellen, was sich in einem Barren befindet.
    Ich könnte mir vorstellen, dass niemand einen Goldbarren einer
    Scheideanstalt zur Einschmelze übergibt. Das macht nur bei Legierungen einen Sinn. Nur bei einer Schmelze könnte ein Schwindel
    auffliegen.
    Die von unseriösen Firmen ersteigerten Unzen-Pakete sollte man auch überprüfen und wenn auch nur zur Bestätigung von deren Echtheit und
    zur Erweiterung unseres Wissens. Wenn Ihr Euch fragt, wie man mit
    solchen Geschäften Gewinn machen kann, müsste sich die Frage nach
    der Echtheit auch stellen.

  • Zitat

    Original von Archie-Verschnitt
    Die von unseriösen Firmen ersteigerten Unzen-Pakete sollte man auch überprüfen und wenn auch nur zur Bestätigung von deren Echtheit und
    zur Erweiterung unseres Wissens. Wenn Ihr Euch fragt, wie man mit
    solchen Geschäften Gewinn machen kann, müsste sich die Frage nach
    der Echtheit auch stellen.


    Wenns den so wär, wärs sicherlich schon lange aufgeflogen.

  • Zitat

    Original von Arthur
    Ich bin ganz froh, keine typischen Goldbarren zu haben. Da hätte ich tatsächlich immer ein mulmiges Gefühl wegen der Fälschungen. Ich habe einen 1oz-Kinebarren, und der ist garantiert echt^^


    Ach....und du glaubst der ist echt nur weil da ein Aufkleber drauf ist?
    Haste den wenigstens auch ein Papierzettelchen wo draufsteht das er echt ist?
    Tststststststs :D


    Sanfte Grüße
    Der Misanthrop

  • Zitat

    Original von Misanthrop
    ...


    Ich rede von kinebar, nicht kinegram. Dieser Barren ist in ein Zertifikat mit der Unterschrift eines vereidigten Edelmetallprüfers integriert. Zudem kommt im Ggs zu kinegram keine Folie druff, sondern das Hologramm wird in den Goldbarren geprägt. Ich würde schon sagen, dass das sicher ist ;)
    Edit: Juhuu, die 500 sind voll^^

  • Ein KINEGRAM® ist ein zweidimensionales, optisch variables Element. Grundlage dieses Effektes ist die Beugungsoptik, bei der die Lichtstrahlen auf sehr feine Oberflächenstrukturen treffen und abgelenkt werden. Die metallisch schimmernde Spezialfolie ist heute ein weit verbreitetes Sicherheitselement auf Banknoten, Tickets, Dokumenten, EC-Karten und in Ausweisen. Das Verfahren wurde von der schweizerischen Firma Landis & Gyr Communications patentiert. Nach internen Umstrukturierungen wurde der Geschäftsbereich 1998 in die OVD Kinegram AG mit Sitz in Zug eingebracht. (Optical Variable Devices, auf deutsch: optisch variables Grafiksystem) Das Unternehmen wurde schließlich von der Leonhard Kurz Gruppe in Fürth übernommen.


    Eine Weiterentwicklung stellt die KINEGRAM®-Technologie auf Edelmetallbarren dar: der kinebar®. In Zusammenarbeit mit der schweizerischen Firma Argor-Heraeus wurde für Goldbarren ein spezielles High-Tech-Verfahren entwickelt. Dabei wird auf die Unterseite eines geprägten Goldbarrens das Sicherheitselement, in Form von feinen Mikrostrukturen direkt auf die Oberfläche geprägt. Genauere Angaben zur Technologie werden nicht publiziert.


    Barren mit dem kinebar® Sicherheitsmerkmal werden weltwei ausschließlich von Argor-Heraeus, unter eigenem Namen oder im Auftrag, seit 1994 produziert. Das Sicherheitselement erstreckt sich über die komplette Barrenoberfläche eines geprägten Goldbarrens. Auf der anderen Seite sind die herkömmlichen Daten, wie das Emblem, das Wort "Fine Gold" nebst der Feinheitsangabe "999.9", das Prüfer- und Schmelzerzeichen sowie das Gewicht ersichtlich. Je nach Barrenart sind die gängigsten Stückelungen die 1, 2, 5, 10 und 20 Gramm. Es werden aber auch Einheiten in Tael (Hongkong = 37,429 g, Taiwan = 37,5 g) und in Unzen produziert, die offiziell jedoch nur für einzelne Länder bzw. Regionen bestimmt sind. Zur Auslieferung kommen die Goldbarren in einer Schutzfolie eingeschweißt, inklusive Echtheitszertifikat und einer Produktionsnummer.


    Die kinebar®-Goldbarren mit dem "Argor-Heraeus"-Logo werden neben Argor-Heraeus, auch von Heraeus aus Hanau (20, 10, 5, 2, 1 g und 1 oz) und von der Züricher Kantonalbank (10, 5 und 1 g) angeboten. Eigene Logos haben die Westdeutsche Landesbank (Sparkassen Logo: 1.000, 500, 250, 100, 50, 20, 10, 5, 2 und 1 g, sowie 1 oz) und die UBS (wie zuvor, jedoch auch als 1 tael, 1/2 und 1/4 oz, 2,5 g) in der Schweiz. Die UBS bietet zudem ein weiteres kinebar®-Motiv an, das je nach Region in den Größen 1.000, 500 und 100 g vertrieben wird. Die Münze Österreich bietet nebst einem eigenen Motiv, der "Lippizaner der Spanischen Hofreitschule" in drei Größen (10, 5 und 1 g) auch den MILLENNIUM kinebar® an. Das einmalige "Feuerwerk"-Motiv wurde von Argor-Heraeus exklusiv zum Jahrtausendwechsel entwickelt. Für die Singapore Mint produzierte Argor-Heraeus weiterhin drei Tiermotive des Lunar-Kalenders auf 50g (rund) und 10g (rechteckig) Barren.


    Fazit: Trotz der Exklusivität und Schönheit ist die Verbreitung verhältnismäßig gering.


    Quelle: http://www.goldseiten.de/content/muenzen/barren-kinebar.php

  • .......und dabei ist es wirklich so einfach, Gold auch ohne diesen Schnickschnack zu identifizieren.
    Ist wie mit Salz und Zucker......man muss sich nur mal ein bischen intensiver mit dem Material Gold beschäftigen und seine Sinne einschalten. :D


    Sanfte Grüße
    Der Misanthrop

  • Stimmt, auch wenn ich von mir nicht behaupten möchte, das mit hundertprozentiger Sicherheit am Klang erkennen zu können.
    Man muss aber bedenken, dass für dieses Hologramm beim Kauf normalerweise 1€ Aufpreis bezahlt wird und man beim Verkauf das Argument von absoluter Sicherheit bringen kann, welches unter Umständen mehr wert sein könnte.

  • Hallo Goldenes Kalb,


    leider hast Du das verdrängte Wasser Deines 500g-Barrens nicht noch
    einmal nachgewogen und die Zahlen hier eingestellt, wie das auch
    sonst noch keiner gemacht hat.


    Dabei wäre ein Referenzwert für die Wasser-Verdrängung von großer
    Bedeutung. Der niedrigst korrekt gemessene Wert würde wahrscheinlich
    in der Nähe des theoretischen Wertes (Gewicht : spez. Gewicht) liegen
    und Fälschungen könnten, daran gemessen, leicht und ohne Kosten entdeckt werden.


    Nehmen wir aber einmal Deine früher gemachten Angaben.


    Dein Barren verdrängt also 30,00 ml statt 25,88 ml. Das ergibt eine
    Differenz von 4,12 ml.


    Bei einer Fälschung z.B. mit Bleikern (11,39g/cm3) würde pro ersetztem
    cm3 Gold 0,6962 ml mehr Wasser verdrängt.


    4,12 ml : 0,6962 = 5,9178 ml x 19,32 (g/cm3) = 114,33 g Blei


    oder auch so herum :


    385,67 : 19,32 (Gold) = 19,96 ml verdrängtes Wasser
    114,33 : 11,39 (Blei) = 10,04 ml
    ______ _____
    500 g 30,00 ml


    Minder-Goldwert für den Barren ca. 1.838 Euro !


    Nun fällt der größere Rauminhalt mit fast 16% bei der Unregelmäßigkeit
    eines Barrens nicht unbedingt auf.


    Also bitte, wir brauchen noch ein paar Messungen.


    Grüße

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