Moin moin,
Folker Heilmeyer sieht im August verdeckte Käufe der Zentralbanken in Höhe von ca. 300 Milliarden US$.
Zitat, Quelle, 16.09.2021
"Verdeckte Zentralbankinterventionen pro USD:
In unserem Forex-Report vom 8. September schrieben wir: „Im Hinblick auf den desolaten Zustand der USA im geopolitischen Umfeld, zuletzt enttäuschender US-Arbeitsmarktdaten, abgesenkten US-BIP-Prognosen (Goldman) und ohnehin prekärer Strukturdaten (Schulden Staat, Verbraucher, Unternehmen) stellt sich die Frage, wer derzeit diese USD gegen den realen Gegenwind akkumuliert.
Ich habe eine mögliche Antwort für Sie: Bei den Devisenreserven auf internationaler Ebene tut sich etwas.
Per August legten Devisenreserven in Japan (+37,9 Mrd. USD), Kanada (+16,4 Mrd. USD), Russland (+20,0 Mrd. USD), Singapur (+10,3 Mrd. USD), Frankreich (+23,3 Mrd. EUR), Schweiz (+6 Mrd. CHF), Polen (+6,3 Mrd. USD), Neuseeland (+5 Mrd. NZD), Indien (+16,6 Mrd. USD), Thailand (+8 Mrd. USD), Südkorea (+5,3 Mrd. USD). Die Daten der Eurozone per August erreichen uns erst am 15. September.
Kumuliert sprechen wir in dieser nicht vollständigen Aufstellung von Käufen in der Größenordnung von circa 155 Mrd. USD, die in der Qualität nicht als Intervention, sondern als kommerzielles Geschäft ihre Wirkung entfalten.“
Seit gestern liegen die Daten aus der Eurozone vor, die markante Erkenntnisse lieferten. Die Devisenreserven legten per Berichtsmonat August dynamisch und historisch einmalig von zuvor 888,49 Mrd. EUR um 120,89 Mrd. EUR oder circa 142,7 Mrd. USD auf 1.009,38 Mrd. EUR zu.
Damit wurde ein neues Rekordhoch markiert. Noch nie zuvor hat die EZB die Devisenreserven innerhalb eines Monats so stark erhöht. Es ist eine förmlich ins Auge springende Anomalie.
Es ergab sich in der global nicht vollständigen hier vorliegenden Aufstellung per August ein USD-Kaufvolumen seitens der angeführten Zentralbanken in einer Größenordnung von knapp 300 Mrd. USD, das sich als kommerzielles Geschäft präsentierte.
In dem Berichtsmonat August gab es gute Gründe den USD abzuverkaufen, nicht zu kaufen, hinsichtlich der prekären geopolitischen Entwicklung zu Lasten der USA.
Initiale Verkäufe hat es sicherlich auch gegeben. Die an Zahlen nachweisliche Aktivität der genannten Zentralbanken hat die notwendige Preisanpassung zu Lasten des USD mit hoher Wahrscheinlichkeit konterkariert.
Das gilt auch für den Sektor der edlen Metalle, die Währungen ohne Fehl und Tadel sind. So etwas nennt man verdeckte Intervention. Wäre/Ist diese Intervention dauerhaft aufrechtzierhalten und angemessen? Interventionen sind dann erfolgreich, wenn sie eine Fehlbewertung am Markt korrigieren. Sie scheiterten regelmäßig am Devisenmarkt, wenn sie eine Fehlbewertung dauerhaft forcieren wollten: „Food for thought!“"
LG Vatapitta