Verfall des Hegemon USA

  • Das Ganze kann nur in einem Dilemma enden, mit Gold am langen Ende als Sicherheitsanker.


    Grüsse
    Edel

    Das sehe ich genauso, aber der sterbende Leviathan weiss auch, das genügend Gold in Privathand ist. Es wird also eine Phase der Repression von Goldbesitz geben, auf die der Kluge sich vorbereitet!
    Gold im Bankschliessfach ist keine gute Option, wenn es losgeht...
    Ebenso sollte man sich, falls man größere Bestände unter (gezwungener) Preisgabe von persönlichen Daten gekauft hat, darauf vorbereiten, dem Beamten mit der Kundenliste von z.B. Heraeus eine gute Story aufzutischen, wo das Gold geblieben ist ?
    Ich habe z.B. einige echte Einzelstücke äusserst wertvoller Kunst im Tausch gegen EM erhalten. Dummheit ist ja noch nicht verboten, wie wir an der Regierung täglich sehen ..... ;)

  • ... mit Gold am langen Ende als Sicherheitsanker.

    Ja, wenn man das einmal grundsätzlich verstanden hat und EM nicht als Spekulationsobjekt betrachtet, wird man auch aufhören zu jammern, wenn der aktuelle Umrechnungskurs in beliebig vermehrbaren Zetteln und Bites mal um ein paar Prozent nach unten geht.
    Nur nicht vergessen, genug der vom Staat geforderten Zettel verfügbar zu haben, um seine laufenden Ausgaben und auch die unplanmäßigen begleichen zu können. Nennt sich Liquidität.

    „Es gehört zum Schwierigsten, was einem denkenden Menschen auferlegt werden kann, wissend unter Unwissenden den Ablauf eines historischen Prozesses miterleben zu müssen, dessen unausweichlichen Ausgang er längst mit Deutlichkeit kennt. Die Zeit des Irrtums der anderen, der falschen Hoffnungen, der blind begangenen Fehler wird dann sehr lang."
    Carl J. Burckhardt

  • So lange der Hegemon militärisch so stark wie die USA ist, kann dieser alle Länder (ausser Russland und China)
    erpressen. So haben die alten Römer und auch die Briten das Jahrhunderte lang gemacht.

  • Ich würde es darauf ankommen lassen. Deutschland sollte sich souverän verhalten, wollen doch mal sehen, ob der Ami es wagt, mit Waffengewalt gegen uns vorzugehen. Jedenfalls könnte man dann aufrecht leben, in dem Bewusstsein, es wenigstens versucht zu haben. Und dann würde auch jedem das wahre Gesicht des Hegemons offensichtlich werden.


    "Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit."
    (Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach)

    „Es gehört zum Schwierigsten, was einem denkenden Menschen auferlegt werden kann, wissend unter Unwissenden den Ablauf eines historischen Prozesses miterleben zu müssen, dessen unausweichlichen Ausgang er längst mit Deutlichkeit kennt. Die Zeit des Irrtums der anderen, der falschen Hoffnungen, der blind begangenen Fehler wird dann sehr lang."
    Carl J. Burckhardt

  • Wobei Rom und die britischen Inseln im Vergleich zu den Vereinigten Staaten nur extrem kleine Ursprungsländer sind/waren und von diesem kleinen Fundament aus riesige Territorien kontrollieren mussten. Die USA sind von Natur aus ein riesiges, reiches Land und verfügen über große Rohstoffmengen und beste Agrarflächen. Von daher hinkt der Vergleich.

  • Die USA würden keinen offenen Krieg gegen Deutschland anfangen. Aber ich denke, wir hätten es mit einer starken Zunahme des islamischen Terrorismus zu tun.
    Verübt von Terroristen, die mit der Zeit immer besser werden, also sagen erstaunlich gut ausgebildet und ausgerüstet sind.
    Das könnte ein Ausmaß annehmen, welches das öffentliche Leben in D sehr stark beeinflusst, ja fast lahmlegt.


    Es wird immer davon ausgegangen, dass Merkel gekauft ist. Vielleicht wird sie ja auch erpresst und hat nicht den Mut, sich hinzustellen und das offen einzuräumen.
    Und in ihrer Schlichtheit fällt ihr natürlich auch sonst keine Lösung ein.


    BTW gab es vor ein paar Wochen mal ausnahmsweise eine Interessante historische Sendung auf n-tv oder Welt TV (früher N24).
    Sonst kommt da ja nur US-Propagandadreck entweder über Hitler, oder die Amerikaner mit der tollsten Armee der Welt.
    Aber diesmal ging es um die 1920er Jahre, von der goldenen Zeit bis zur Weltwirtschaftskrise.
    Aussage: Damals, also vor fast 100 Jahren hatte der durchschnittliche US-Bürger kaum Ersparnisse, lebte über seine Verhältnisse und finanzierte seinen Konsum mit Krediten.
    Wie gesagt, das war zwischen 1920 und 1929.

    "Ihr solltet anfangen an Geistergeschichten zu glauben.... ihr steckt mitten in einer drin"

  • ...


    Es wird immer davon ausgegangen, dass Merkel gekauft ist. Vielleicht wird sie ja auch erpresst und hat nicht den Mut, sich hinzustellen und das offen einzuräumen.
    Und in ihrer Schlichtheit fällt ihr natürlich auch sonst keine Lösung ein.
    ...

    Da könnte es sich ja nur um Ihre SED/DDR/IM Vergangenheit handeln. Aber Ihr Ruf im Lande ist mittlerweile so schlecht, dass das auch nichts mehr ausmachen würde. Außerdem hat Sie keine Nachkommen die Repressalien fürchten müssten, Sie könnte/sollte also reinen Tisch machen.

    „Es gehört zum Schwierigsten, was einem denkenden Menschen auferlegt werden kann, wissend unter Unwissenden den Ablauf eines historischen Prozesses miterleben zu müssen, dessen unausweichlichen Ausgang er längst mit Deutlichkeit kennt. Die Zeit des Irrtums der anderen, der falschen Hoffnungen, der blind begangenen Fehler wird dann sehr lang."
    Carl J. Burckhardt

    • Offizieller Beitrag

    Ttrump droht den Chinahandel mit Zöllen in Höhe von 500 Mrd $ zu belegen.


    Mein äusserster Ernst : Dieser Präsident ist reif für eine Psychotherapie.Er verliert inzwischen jedes Augenmaß. Aus persönlicher Sicht ist er inzwischen völlig ungeeignet für seine Aufgaben.
    Dabei kommt mir in Eriinerung, daß eine Anzahl von US Senatoren seine Fähigkeit, sein Amt noch auszuüben, infrage stellt.


    Clinton sah sich aus lächerlichem Anlaß -- "I had no sex...." -- einem Amtsenthebungsverfahren ausgeliefert....


    Will er die USA im Eiltempo von den Handelspartenern isolieren ? Inzwischen sinkt die Bereitschaft, in den USA zu investieren, offensichtlich in rapidem Umfang. Vice versa steigt zB. die Bereitschaft in D, weiter den Handel und Investitionen mit China zu erhöhen.


    Grüsse
    Edel

  • Trump und die Elite werden ihre Gründe dafür haben..... In der Politik gibt's keine Zufälle... Man wird es später sehen, was der Plan ist/war...

  • Isolieren um dann hoffentlich innen aufzuräumen...Da gibt es genug imperialisten und Teufelsanbeter, die die Welt in den letzten 100 Jahren in Schutt und Asche gelegt haben.


    Wir werden sehen, Russland mit Putin ist auf einen guten weg sich von dem zu distanzieren. Hoffentlich geht er dem nach!

  • 500 Mrd.$, will er die auf Waren im Wert von oder Zölle in Höhe von erheben?


    In jedem Falle würde ich mit den USA gar nicht mehr handeln, weil da am Ende gar nichts mehr raus springt.


    Das Handelsbilanzdefizit mit China beläuft sich bereits auf 390 Mrd.$, +500Mrd.$ ?


    Warum sollte ich mit den Amis da noch handeln?

    "Wenn die fehlgeleitete öffentliche Meinung das Verabscheuungswürdige ehrt und das Ehrenhafte verachtet, die Tugend bestraft und das Laster belohnt, das Schädliche ermutigt und das Nützliche entmutigt, der Lüge Beifall klatscht und die Wahrheit unter Gleichgültigkeit oder Beleidigung erstickt, kehrt eine Nation dem Fortschritt den Rücken und kann nur durch die schrecklichen Lehren der Katastrophe wiederhergestellt werden."

    - Frédéric Bastiat

    Einmal editiert, zuletzt von hammwolln ()

  • Warum sollte ich mit den Amis da noch handeln?

    Weil Du sonst nicht weißt, wohin mit Deinem Zeug.


    Gruß! Fritz

    Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ — Paul Sethe. Leserbrief SPIEGEL, 5. Mai 1965.

  • Weil Du sonst nicht weißt, wohin mit Deinem Zeug.
    Gruß! Fritz

    Das ist aber ähnlich wie mit den Target2 Salden. Du leihst den anderen das Geld, damit sie damit bei Dir einkaufen.... Dann bist Du dein Zeug los ....und später auch dein Geld.
    Die Chinesen erhalten den unglaublich werthaltigen US $, kaufen damit US Anleihen und sind ihr Zeug auch los....

  • 500 MRD sind ungefähr die chinesischen Exporte in die USA pro Jahr, ich meine ca. knapp 1/4 der Gesamtexporte, ergo ein wichtiger Posten für die Chinesen.

    Wenn ich aber mit Zöllen nur noch 200 Mrd.$ exportiere , weil es einfach keine Käufer mehr gibt da zu teuer?


    Und für den Rest erhalte ich ja eh nur die grüne Krätze, die ja bald wertlos ist.

    "Wenn die fehlgeleitete öffentliche Meinung das Verabscheuungswürdige ehrt und das Ehrenhafte verachtet, die Tugend bestraft und das Laster belohnt, das Schädliche ermutigt und das Nützliche entmutigt, der Lüge Beifall klatscht und die Wahrheit unter Gleichgültigkeit oder Beleidigung erstickt, kehrt eine Nation dem Fortschritt den Rücken und kann nur durch die schrecklichen Lehren der Katastrophe wiederhergestellt werden."

    - Frédéric Bastiat

  • Zu einem steigenden USD (und damit sinkenden Edelmetallpreisen) haben fundamental zuletzt gute US-Wirtschaftsdaten (niedrige Arbeitslosigkeit,positive PIB-Entwicklung etc.) beigetragen. Schon seit längerer Zeit fällt jedoch auf, dass die Daten vom US-Immobilienmarkt hierbei nicht mehr mitziehen.


    In
    https://www.focus.de/finanzen/…zt-gerade_id_9317681.html
    wird aufgezeigt, dass diese Entwicklung ein sehr viel massiveres Potential besitzt, als ihr zugestanden und vom Markt eingepreist wird:


    Die US-Notenbank behauptet regelmäßig, dass die US-Wirtschaft besser laufe als selten zuvor, weshalb die Fed die Zinsen weiter erhöhen werde. Dabei ignoriert die US-Notenbank einmal mehr die deutlichen Warnsignale die der Häusermarkt sendet. Das dürfte sich erneut als schwerer Fehler erweisen.
    Wenn man sich ein paar Zahlen anschaut könnte man glauben, der US-Wirtschaft gehe es blendend: Der S&P500 notiert nur knapp unterhalb des Rekordhochs vom Ende Januar, die Arbeitslosenquote liegt in der Nähe des tiefsten Niveaus seit Jahrzehnten und weil die Wirtschaft so brummt sei die Inflationsquote auf 2,9 Prozent nach oben geschossen. Wenn es nach der US-Notenbank und US-Präsident Donald Trump geht herrscht also eitel Sonnenschein.
    Dennoch hat Trump zuletzt Fed-Chef Jay Powell für die anhaltenden Zinserhöhungen kritisiert. Trump ist sich sehr wohl bewusst, dass die explodierende Neuverschuldung zu zunehmend höheren Zinsbelastungen für den Staat führt. Zudem weiß Trump, dass die Zinserhöhungen zunehmenden Gegenwind für die privaten Haushalte bedeuten. Das zeigen vor allem die Zahlen der vergangenen Monate vom Immobilienmarkt – ein für die US-Wirtschaft sehr wichtiger Sektor - eindrucksvoll. Sie deuten darauf hin, dass erneut eine gigantische, von den Niedrigzinsen der Fed geschaffene Blase am US-Immobilienmarkt geplatzt ist.


    US-Immobiliendaten sind durch die Bank schwach
    Das Problem ist, dass die Häuserpreise in den vergangenen Jahren von einem Rekordhoch zum nächsten geklettert sind und dabei viel stärker gestiegen sind als die Löhne und Gehälter. Damit sind die Immobilien zusehends unerschwinglicher geworden. Umso mehr belastet der Anstieg der Hypothekenzinsen der vergangenen Monate die Hausbesitzer. So sind die Zinsen für Hypotheken mit einer Zinsbindung von 30 Jahren auf 4,5 Prozent geklettert, gegenüber 3,8 Prozent im September 2017. Das belastet den Sektor enorm, weshalb die Daten aus dem Sektor reihenweise unter den Prognosen der Volkswirte liegen.


    So waren die Verkäufe neuer Häuser im Juni um 5,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken, während die Daten für Mai kräftig nach unten korrigiert worden sind. Die aufs Jahr hochgerechnete Rate von 631.000 war das niedrigste Niveau seit Oktober 2017. Gleichzeitig ist der Durchschnittspreis auf 302.100 gesunken – das ist der niedrigste Wert seit Februar 2017. Gegenüber dem Rekordhoch vom November 2017 steht damit ein Rückgang von 12,0 Prozent zu Buche.
    Ebenso wie die Verkäufe neuer Häuser sind auch jene bestehender Häuser schwach. Sie waren im Juni um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken, das war der dritte Rückgang in Folge. Mit einer Jahresrate von 5,38 Mio. Einheiten liegt der Wert um 2,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau und damit in der Nähe des niedrigsten Wertes seit Januar 2016. Dabei war der Preis für bestehende Häuser auf den Rekord von 276.900 Dollar gestiegen – das war der 76. Monat in Folge, in dem die Preise gegenüber dem Vorjahr geklettert sind. Was dürfte allerdings mit den Preisen bestehender Häuser passieren, wenn jene für neue Häuser im Rückwärtsgang bleiben? Die Preise für bestehende Häuser dürften allmählich nach unten drehen.


    Aktien der Hausbaufirmen brechen ein
    Die Daten vom Häusermarkt zeigen zudem, dass der Druck auf die Branche zunehmen könnte. So waren die Neubaubeginne im Juni um 12,3 Prozent gegenüber dem Vormonat eingebrochen. Damit lagen sie um 4,2 Prozent unter dem Vorjahr. Der US-Wirtschaft geht es also so „blendend“, dass die Neubaubeginne unter dem Vorjahreswert liegen. Im gleichen Monat sind die Baugenehmigungen um 2,2 Prozent auf eine Jahresrate von 1,173 Mio. Einheiten gegenüber Mai gesunken – die allzeit optimistischen Volkswirte hatten allerdings einen Anstieg um 2,2 Prozent vorhergesagt. Das war der größte Rückgang seit November 2016 und zugleich der dritte Monat in Folge mit einem Minus. Damit lagen sie um 3,0 Prozent unter dem Vorjahr.

    Das sind wohlgemerkt die in den USA üblichen und von den Investoren beachteten saisonal bereinigten Zahlen. Die tatsächlichen Zahlen sehen noch deutlich schlechter aus: So lag der Wert für Juni bei lediglich 119.800 Einheiten – das war ein Einbruch um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Aktien der Hausbaufirmen reagiert kräftig auf die sich deutlich verschlechternden Perspektiven: der S&P Homebuilders Index, mit Unternehmen wir DR Horton, Toll Brothers und Pulte Group, ist um 16,3 Prozent gegenüber dem Mehr-Jahres-Hoch vom Januar abgerutscht und notiert in der Nähe Zehn-Monats-Tiefs. Das Problem ist, dass der Sektor üblicherweise ein hervorragender Indikator für die Gesamtwirtschaft und damit den S&P500 ist.
    Von umso größerer Bedeutung ist die Zinsentwicklung. Sollten die Zinsen für US-Staatsanleihen weiter steigen, dürften auch die Hypothekenzinsen klettern, sind sie doch häufig an die Renditen für Staatsanleihen gekoppelt. In dem Umfeld dürften sich die Daten vom Häusermarkt weiter verschlechtern, weshalb bei Investoren die Sorge hochkochen könnte, dass die größte Blase aller Zeiten am US-Immobilienmarkt geplatzt sei. Umso spannender wird es sein, wie Powell und seine Kollegen derartige Daten kommentieren werden. Sollte Powell sagen, dass die Lage am Immobilienmarkt eingegrenzt und unter Kontrolle sei und daher keine Gefahr für die Branche und die US-Wirtschaft insgesamt bestünde, müssen bei Anlegern sämtliche Warnlampen angehen.

  • (Falls der Beitrag woanders besser passt, bitte verschieben)
    Schiedsverfahren für Investoren: Ein führender Schiedsrichter plaudert aus dem Nähkästchen


    Ein führender Schlichter in solchen Verfahren aus den USA hat nun ganz offen aufgeschrieben, wie kaputt und gefährlich dieses System ist.


    George Kahale III, ist Chairman der auf internationale Fälle spezialisierten Großkanzlei Curtis und ein führender Schlichter mit sehr viel Erfahrung. Sein Universitätsvortrag mit dem (übersetzten) Titel „Der wilde wilde Westen des internationalen Rechts und der Schlichtung“ erscheint im Brooklyn Journal of International Law.


    Eine kleine übersetzte Leseprobe:
    Kahale gibt eine Reihe von Beispielen. In einem Verfahren, in dem über eine Milliarde Dollar gefordert wurden, hätten sich Schlüsseldokumente des Klägers als Fälschungen herausgestellt. Trotzdem konnte der Kläger vier Jahre lang die Abweisung der Klage verhindern und problemlos seine schließliche Niederlage anfechten. In einem anderen Verfahren bekam der Kläger trotz der aufgeflogenen Fälschung von Dokumenten einen kleinen Schadensersatz zugesprochen.


    Kahale nennt das System gefährlich, weil in diesen Verfahren absurd hohe Entschädigungsforderungen eher die Regel als die Ausnahme geworden seien. Das Gericht halbiert die Forderung dann vielleicht, aber oft ist sie dann immer noch weit jenseits des tatsächlichen Vermögensschadens für den Investor und hoch genug, um einem ganzen Land schwersten finanziellen Schaden zuzufügen.
    Ich hatte auf diesem Blog über eine mehr als erfolgreiche Klage gegen Libyen berichtet.


    Ein Hotelinvestor hatte 5 Millionen Dollar investiert und bekam schließlich mit Zinsen und Entschädigung für entgangene Gewinne, Reputationsschäden und ähnlichen Unsinn knapp eine Milliarde zugesprochen.


    Russland soll aufgrund eines Schiedsgerichtsbeschlusses 50 Mrd. Dollar bezahlen. Dagegen klagt das Land derzeit noch in den Niederlanden, weil es das Schiedsgericht für unzuständig hält, mit offenem Ausgang.
    Es gebe keine sinnvollen Regeln für die Qualifikation der Schlichter und auch nicht für ihre Disqualifikation bei Interessenkonflikten oder groben Verstößen gegen Rechtsgrundsätze, so Kahale. Interpretationen von Grundsätzen des internationalen Rechts durch Schiedsgerichte seien oft absurd. All das werde dadurch erheblich verschlimmert, dass Berufungen wie in normalen Gerichtsverfahren nicht vorgesehen sind. Es gibt nur Annullierung in Fällen rechtsmissbräuchlicher Urteile.


    Die oft extrem hohen und willkürlich begründeten Multi-Milliarden-Schadenersatzurteile seien nicht nur skandalös und schockierend, schreibt Kahale, er nennt sie eine „reale Bedrohung des internationalen Friedens und der internationalen Sicherheit“. Zu Recht. Stellen sie sich vor, was es bedeutet, wenn Russland schließlich tatsächlich zu der abseitigen 50-Milliarden-Strafe verdonnert wird und Washington versucht, das Eintreiben dieses Geldes durch Einfrieren von internationalen russischen Vermögenswerten durchzusetzen.
    Das tut der internationalen Verständigung nicht gut. Oder stellen sie sich vor, ein Schiedsgericht verurteilt die US-Regierung mit zweifelhafter Begründung aber unanfechtbar zu einer zweistelligen Milliardenstrafe. Zugegeben, das ist eher unwahrscheinlich, denn die Schlichter aus den internationalen Anwaltskanzleien zeigen verständlicherweise wenig Neigung, die Hand zu beißen, die sie füttert.
    Auf einige weitere Probleme, die Kahale gut analysiert, will ich hier nicht eingehen. Dazu gehört die Rolle von Prozessfinanzierern.
    Die United Nations Commission on International Trade Law, UNCITRAL, die maßgeblich für das derzeitige dysfunktionale System verantwortlich ist, hat den Auftrag, über eine Reform zu beraten. Kahale hat geringe Hoffnung, dass das Ergebnis etwas verbessern wird.


    Seine Schlussworte:
    Warum Investoren-Schiedsgerichte ein übler Aprilscherz sind – auch für Deutschland


    Quelle: http://norberthaering.de/de/27…nvestorentribunale-kahale

    • Offizieller Beitrag


    Moin
    Auf keinen Fall wird dieser höchst wissenswerte Beitrag verschoben, danke, @Salorius


    Er rundet genau das ab, was wir als Verfall des Hegemon seit Jahren erörtern.


    -- Hemmumgslose Ausbeutung von Nationen und Institutionen
    -- Massive Unterdrückung und Bedrohung anderer Haltungen
    -- Geld und Vermögen schaffen und beschaffen aus dem Nichts (Dollarhegemonie)
    -- Ausbeutung der Partner durch Rechtsbeugung
    -- Großspuriges Auftreten und Willkür durch höchste Politiker


    Alles Merkmale einer untergehenden Führungsmacht, das Alte Rom läßt grüßen.


    Grüsse
    Edel

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