Ich habe hier seit knapp 2 Jahren Probleme mit (viel) zu wenig Regen.
Ob das jetzt "Klimawandel" ist weiß ich auch nicht.
In der Landwirtschaft gab es immer ein Auf und Ab. Das war das Hauptgesprächsthema zwischen meinem Großvater und mir. Er hatte aus eigenen Erfahrungen berichtet und konnte sich ausgesprochen gut an die Aussagen erinnern, die er wiederum von seinem Großvater hatte. Sein Überblick reichte also - wenn es um konkrete Fragen der Wirtschaft ging - bis in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. Die grundlegende Aussage war, dass jede Bauern-Generation in ihrem aktiven Arbeitsleben nur einen begrenzten Zeitraum hatte, der von einigen wenigen Jahren bis zu einem Jahrzehnt reichen konnte, um "richtig" zu verdienen. Die Jahre darum waren mühsam. Damals hatte man eben noch nicht die Möglichkeiten, die Bewirtschaftung an mehrere verregnete Sommer nacheinander, oder eine sich über mehrere Jahre erstreckende Dürreperiode, anzupassen. Das gab es damals wie heute. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten wir einige Wiesen, die sehr nass waren, melioriert. Dadurch hatten wir mehr Futtermittel: In nassen Jahren floss das Wasser leichter ab, in trockenen Jahren konnte man den Bach aufstauen. Auch wurde ein Acker, der wegen der Verbindung aus Trockenheit und schlechter Bonität keine Erträge mehr brachte, zu Wald. Wegen der Dreifelderwirtschaft wäre es früher nicht umsetzbar gewesen: Auf dem Schlag befand sich bis ins späte Mittelalter sogar ein Dorf, welches nach jahrelanger Dürre ganz aufgegeben worden war. Die Feldmark war während der Kleinen Eiszeit zwei Jahrhunderte lang verbuscht und wurde erst ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wieder urbar gemacht, als man mit den Folgen umgehen konnte. Das war aber kein Einzelfall. Die Bauern hatten lernen müssen, mit den klimatischen Veränderungen klarzukommen und sich entsprechend angepasst.
Heute wissen wir es besser: Wir passen uns nicht den Gegebenheiten an, sondern ändern einfach das Klima ![]()
Seeadler