@carokann
Was OTC gehandelt wird erfährt die Öffentlichkeit nicht.
Viele Minen werden immer noch auf das Vorausverkaufen angewiesen sein. Aber mit steigenden Edelmetallpreisen, werden es weniger und der Umfang geringer. Keinesfalls würde ich als Boss einer Silbermine auch nur eine Unze zu viel auf Termin verkaufen als nötig.
Wenn mir nicht gerade das Wasser bis zum Hals steht, verkaufe ich doch nicht heute in einem sich im Aufwärtstrend befindlichen Markt unnötig viele Unzen, wenn ich in einem Vierteljahr 15 oder 30% mehr Erlös erwarten würde.
Aber wahrscheinlich läuft es wirklich so stumpf ab. Bei steigenden Preisen wird zu früh an die Bullionbanken verkauft und wenn die Preise im Keller sind, wird gedrosselt, also Minen stillgelegt. Mit den Nachteilen, die sich dann später daraus ergeben. Dies erkärt z.B. die relativ schwache Perfomance vieler Goldminenaktien zum POG.
Bei Silber kommt noch hinzu, dass es z.T. quasi mitgefunden und mitgefördert wird.
Die Manipulation würde ich aber trotzdem nicht infrage stellen. Dafür sprechen die Chartverläufe. Die riesigen Verkaufsorders, die regelmäßig um 15-16 Uhr auftreten und einen moderaten intraday Aufwärtstrend mit wenigen Minutenkerzen zerstören, können nur darauf abzielen, Longinvestoren zu verschrecken, damit diese dem Markt fern bleiben. Im Gegenteil, es gibt sicherlich eine Menge Momentumtrader, die extra Short gehen, weil sie wissen, dass der Preis in den nächsten 5 Minuten mal eben bis zu zwei Prozent abstürzen wird.
Bei Platin konnte man dieses Geschehen in den Charts besonders gut beobachten. Mittlerweile scheint aber ein Kontrollverlust stattgefunden zu haben. Die opportunistische Meute geht nicht mehr mit dem Markt-stärksten Leerverkäufern mit. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass da ein oder mehrere große Player gerade arg in die Bredouille kommen.
Vielleicht ist der Zeitpunkt gekommen, dass Pt wirklich von der Leine gelassen wird, so wie schon vor geraumer Zeit bei Pd.
Der Silbermarkt ist natürlich größer und bedeutender, vor allem auch politisch. So schnell wird da nicht aufgegeben.
Markus Blaschzok spricht ja sogar von Eingriffen im Auftrag des US-Finanzministeriums.